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Spektakulär! Windkraftbetrüger Holt in Dubai geschnappt

Nach monatelanger Flucht: Windkraft-Betrüger Hendrik Holt in Dubai gefasst – was hinter der Festnahme steckt

23.09.2026, 18:27 Uhr

Der wegen mutmaßlichen Betrugs rund um Windkraftanlagen gesuchte Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Zuvor hatten bereits die Hannoversche Allgemeine Zeitung und OM-Online über die Festnahme berichtet.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der 36-Jährige am Dienstag im Rahmen gemeinsamer Fahndungsmaßnahmen der Behörde und der Direktionsfahndung der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück gefasst. Holt befindet sich nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Martin Schanz, weiterhin in Dubai. Als nächster Schritt müssen nun die Unterlagen für eine Auslieferung übermittelt werden. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Holt war seit dem 25. August auf der Flucht. Damals kehrte er von einem genehmigten Ausgang nicht in die Justizvollzugsanstalt in Berlin zurück, in der er im offenen Vollzug untergebracht war. Dort saß er seit Oktober 2024 ein. Nach dem aus Haselünne im Emsland stammenden Mann wurde weltweit auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls gesucht.

Einen Tag nach seiner Flucht ging laut Staatsanwaltschaft beim Berliner Gefängnis noch eine E-Mail ein, in der sinngemäß gestanden haben soll, dass Holt nicht zurückkehren werde. Seine Ehefrau und sein Kind ließ er demnach zurück.

Instagram-Post mit Verweis auf Moskau

Wo sich Holt in der Zwischenzeit aufhielt, war unklar. In einem viel beachteten Instagram-Beitrag hieß es: „Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch“. Zur Echtheit des Posts machte die Staatsanwaltschaft damals keine Angaben.

Oberstaatsanwalt spricht von absurdem Fall

Der Fall Holt sei geprägt von „Ereignissen, die an Absurdität nicht zu überbieten waren“, sagte der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Nils Leimbrock nach der Flucht. Leimbrock hatte Holt bereits früher ins Gefängnis gebracht und leitete auch nun wieder die Ermittlungen bei der Fahndung.

Nach seiner erfolgreichen Fahndung im Jahr 2020 hatte Leimbrock nach eigenen Angaben erneut mit einer Ergreifung gerechnet. Er ging davon aus, dass Holt „Gefallen an dem Licht der Öffentlichkeit gefunden“ habe – ein Umstand, der den Ermittlern möglicherweise in die Hände spielte.

Verurteilung zu fast neun Jahren Haft

Das Landgericht Osnabrück hatte Holt 2022 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Dabei ging es um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Holt soll ausländischen Stromkonzernen Windparks verkauft haben, die tatsächlich gar nicht existierten. Zudem soll er ausländische Diplomaten bestochen haben, um sich mit einem Diplomatenpass dem Zugriff deutscher Strafverfolger zu entziehen.

Nach Angaben der Ermittler schmückte er sich außerdem „nur als Witz“ mit einem frei erfundenen Doktortitel. Rund zehn Millionen Euro sollen Holt, ein Mittäter und Familienangehörige über die Firma Holt Holding ergaunert haben.

Luxusleben und öffentliche Inszenierung

Über Holt erschien auch die ARD-Dokumentation „Holt – Der Windkraft-Schwindler“. Darin inszeniert sich der bereits inhaftierte Holt als „Unternehmer und Abenteurer“, der gern im Mittelpunkt steht. Er beschreibt sich selbst als jemanden mit „dem Willen zur absoluten Macht“ und einem gewissen „Killerinstinkt“.

Nach Angaben der Ermittler führte Holt lange ein Luxusleben. Vor seiner Festnahme soll sein Fuhrpark 18 Luxuswagen umfasst haben, zudem habe er drei Fahrer beschäftigt. Oberstaatsanwalt Leimbrock zufolge war Holt unter anderem Sponsor der Münchner Sicherheitskonferenz und hatte Zugang zu hochrangigen politischen Kreisen.

Mit der Flucht aus dem offenen Vollzug und der späteren Festnahme in Dubai hat der Fall Holt nun ein weiteres spektakuläres Kapitel bekommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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