Ermittlungen nach Schussvorfall bei Bundeswehrübung eingestellt
Rund ein Jahr nach dem Schussvorfall bei der Bundeswehr-Großübung "Marshal Power" in Erding bei München hat die Staatsanwaltschaft Landshut das Vorermittlungsverfahren beendet. Nach Auswertung des Geschehens seien weder Angehörigen der Bundeswehr noch der Polizei strafrechtlich relevante Verstöße nachzuweisen, teilten die Staatsanwaltschaft und das Bayerische Landeskriminalamt mit.
Der Zwischenfall hatte sich am Abend des 22. Oktober des vergangenen Jahres ereignet. Während der Übung hielten Zeugen einen bewaffneten Soldaten für eine akute Gefahr und verständigten daraufhin die Polizei.
Verwirrende Lage vor Ort
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stellte sich die Situation beim Eintreffen der Einsatzkräfte für alle Beteiligten als schwer überschaubar dar. Die Polizeibeamten gingen demnach von einem unmittelbar drohenden Angriff aus. Die Soldaten wiederum nahmen an, es handle sich um einen nicht angekündigten Teil des Manövers, an dem auch externe Kräfte beteiligt seien – in diesem Fall die Polizei.
Ein Soldat eröffnete daraufhin in der Annahme, sich in einem Übungsszenario zu befinden, mit Platzpatronen das Feuer auf die Beamten. Da die Polizisten nicht erkennen konnten, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, werteten sie die Situation als echten Angriff und schossen mit scharfer Munition zurück. Dabei wurde der Soldat durch einen Streifschuss im Gesicht verletzt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber