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Schüsse aufs SEK: So brisant wird der Prozess

Sechs Schüsse auf Polizisten, wilde Flucht – jetzt startet der Prozess. Warum Zeugen nur unter besonderem Schutz aussagen.

01.10.2026, 12:04 Uhr

Beim Prozess um Schüsse aus einem Fluchtwagen auf ein Spezialeinsatzkommando der Polizei gelten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Wie Katrin Brünner, Sprecherin des Landgerichts Ansbach, mitteilte, werden die SEK-Beamten sowie ein Zeuge maskiert im Gericht erscheinen, damit ihre Identität geschützt bleibt. Der Prozess gegen die beiden jungen Männer aus der Türkei wegen versuchten Mordes beginnt am 19. Oktober.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Angeklagten um abgelehnte Asylbewerber. Die Ermittler sehen zudem Verbindungen zur organisierten Kriminalität in der Türkei. Zuerst hatten die „Nürnberger Nachrichten“ darüber berichtet.

Besonderer Schutz für Zeugen

Laut Brünner sollen die SEK-Kräfte und der Zeuge bei ihren Aussagen besonders gesichert werden. „Bis zum Zeugenstuhl bleiben sie maskiert, erst dort wird die Maskierung abgenommen“, erklärte sie.

Die Anklage wirft den Männern, die zur Tatzeit 23 und 24 Jahre alt waren, vor, am 27. Januar während einer Verfolgungsjagd auf Einsatzkräfte des SEK geschossen zu haben. Die Beamten wollten zuvor eine Ferienwohnung in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen durchsuchen, in der sich die beiden Beschuldigten mit weiteren Personen aufgehalten haben sollen.

Den Ermittlungen zufolge bemerkten die Männer die Spezialkräfte und flüchteten daraufhin mit dem Auto. Der 23-Jährige soll dabei mit dem Wagen ein ziviles Polizeifahrzeug gerammt haben und anschließend, verfolgt von zwei weiteren Zivilstreifen, davongerast sein. Der 24-jährige Beifahrer soll während der Flucht insgesamt sechsmal auf die Polizeiautos geschossen haben. Erst nach rund 20 Kilometern endete die Fahrt in Weißenburg, als das Fluchtfahrzeug mit einem anderen Auto kollidierte.

Spurensuche im Schnee
Die Spurensicherung suchte nach der Verfolgungsjagd nach Patronenhülsen entlang der viele Kilometer langen Fluchtstrecke. (Archivbild) Quelle: Stefan Puchner/dpa

Die Staatsanwaltschaft geht außerdem davon aus, dass die Schüsse auf die Polizei auch einem dritten Mann die Flucht ermöglichen sollten. Auch er soll dem Umfeld der türkischen organisierten Kriminalität zugerechnet werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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