Mehr als fünf Wochen nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer erneut deutlich gestiegen. Nach offiziellen Angaben kamen inzwischen 6.125 Menschen ums Leben, wie Parlamentspräsident Jorge Rodríguez erklärte. Die Aufräumarbeiten dauern weiterhin an.
Rodríguez zufolge wurden bisher rund 346.000 Tonnen Schutt beseitigt. Das entspricht etwa 16,5 Prozent der insgesamt geschätzten Trümmermenge. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) geht davon aus, dass die Beben rund 2,1 Millionen Tonnen Schutt verursacht haben. Zudem wurden mehr als 800 Gebäude beschädigt oder vollständig zerstört.
Viele Menschen gelten weiter als vermisst
Es ist damit zu rechnen, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Eine offizielle Zahl zu Vermissten gibt es bislang nicht. Auf der inoffiziellen Internetseite „Desaparecidos Terremoto Venezuela“ werden jedoch weiterhin mehr als 29.500 Menschen gesucht. Das Portal „Venezuela Te Busca“ nennt knapp 17.800 Vermisste.
Die Erdstöße mit den Stärken 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am 24. Juni erschüttert. Nach Schätzungen der Weltbank belaufen sich die direkten Sachschäden auf fast 20 Milliarden US-Dollar. Ein großer Teil davon betrifft Wohnhäuser. Besonders stark betroffen waren der Bundesstaat La Guaira und der Hauptstadtdistrikt Caracas.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber