Wissen

Knallt SpaceX-Schrott jetzt auf den Mond?

SpaceX-Teil rast auf den Mond zu: Kommt es jetzt zum Crash – und kann man den Einschlag sogar sehen?

05.08.2026, 00:10 Uhr

Rund anderthalb Jahre nach dem Start ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern ein Teil einer SpaceX-Rakete ungeplant auf dem Mond aufgeschlagen. Der Aufprall war für Mittwochmorgen deutscher Zeit berechnet worden, eine offizielle Bestätigung gab es zunächst aber nicht. Betroffen ist die Oberstufe einer Falcon 9, mit der im Januar 2025 zwei Mondlander ins All gebracht worden waren.

Schon im Vorfeld hatten SpaceX, die Nasa und Fachleute wie der US-Astronom Bill Gray darauf hingewiesen, dass sich ein solcher Einschlag wahrscheinlich kaum live beobachten lasse. Nasa-Manager William Cooke hatte erklärt, der Aufprall dürfte „sehr, sehr schwer zu sehen sein“ – falls er überhaupt sichtbar sei. Gray zeigte sich etwas vorsichtiger optimistisch und verwies darauf, dass der Einschlagsort zumindest eine geringe Chance für Beobachtungen biete.

Bestätigung könnte erst später erfolgen

Falls der Einschlag nicht direkt verfolgt werden konnte, dürfte ein Nachweis erst Stunden oder sogar Tage später gelingen. Dafür wären Bilder von Raumsonden nötig, die einen möglichen neuen Krater fotografieren und zur Erde senden. In den kommenden Tagen soll etwa die Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter die vermutete Einschlagstelle überfliegen.

Rakete war im Januar 2025 mit zwei Mondlandern gestartet

Die betreffende Falcon 9 war am 15. Januar 2025 gestartet. An Bord waren die Mondlander Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace sowie Resilience vom japanischen Start-up ispace. Blue Ghost landete rund zwei Monate später erfolgreich auf dem Mond. Bei Resilience scheiterte die Landung kurz darauf, der Lander schlug auf der Mondoberfläche auf. Die erste Raketenstufe der Falcon 9 war damals zur Erde zurückgekehrt.

SpaceX verweist auf Sonnenaktivität und Gravitation

Nach Angaben von SpaceX-Managerin Julianna Scheiman verglühen Oberstufen bei vielen Missionen normalerweise kontrolliert in der Erdatmosphäre. Bei besonders energiereichen Flügen seien jedoch andere Manöver nötig, um Sicherheitsvorgaben und regulatorische Anforderungen einzuhalten. Im aktuellen Fall sei ein solches Verfahren angewendet worden. Dass die Stufe nun auf Mondkurs geraten sei, liege an einem Zusammenspiel aus Sonnenaktivität und Gravitationskräften.

Nasa: Keine Gefahr für die Erde

Die Nasa betonte, der mögliche Aufprall sei in diesem Fall zwar nicht beabsichtigt gewesen. Grundsätzlich könne ein Einschlag auf dem Mond zur Entsorgung aber eine anerkannte Option sein, weil sie berechenbar, nachvollziehbar und sicher sei. Eine Gefahr für die Erde bestehe nicht. Aus wissenschaftlichem Interesse wolle man den Verbleib der Raketenstufe und die Einschlagstelle weiter beobachten.

Frühere Fälle bereits bekannt

Schon vor rund vier Jahren war erstmals über eine unbeabsichtigte Kollision eines Raketenteils mit dem Mond berichtet worden. Damals gingen Nasa-Forscher auf Basis von Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiter davon aus, dass es sich wahrscheinlich um ein Überbleibsel einer älteren chinesischen Rakete handelte, vermutlich von der Mission Chang’e 5-T1 aus dem Jahr 2014. China wies diese Darstellung jedoch zurück. Gezielte Einschläge zu wissenschaftlichen Zwecken hat es auf dem Mond bereits mehrfach gegeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen