Zwei Tote nach Bootsunfall in Venedig
Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Wassertaxi und einem Motorboot in Venedig sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, wurde nach mehreren Tagen Suche nun die Leiche einer 26-jährigen Frau in den Gewässern der Lagunenstadt entdeckt. Ihr 25 Jahre alter Ehemann war bereits zuvor nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Der Mann stammte aus Italien, die Frau aus Brasilien. Das Paar hatte erst vor drei Monaten geheiratet.
Der Unfall passierte am Samstag in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang in der Lagune zwischen dem Flughafen von Venedig und dem Markusplatz. Nach bisherigen Erkenntnissen rammte ein Wassertaxi, das in Richtung Altstadt unterwegs war, das kleinere Boot des Paares. Das Taxi soll dabei mit mindestens 40 Stundenkilometern gefahren sein. Der Fahrer erklärte zunächst, er habe den Zusammenstoß in der Dunkelheit nicht bemerkt.
Polizei mahnt zu mehr Vorsicht
Nach Angaben der Polizei sprechen die massiven Schäden an dem kleinen Boot jedoch für einen sehr heftigen Aufprall. Die genaue Ursache des Unfalls wird weiterhin untersucht. Die Behörden hatten schon zuvor wiederholt darauf hingewiesen, dass Wassertaxis in Venedig oft zu schnell unterwegs seien. Stadtpolizei-Kommandant Marco Agostini sagte nach dem Unglück, dass viele Fahrer wegen höherer Einnahmen möglichst viele Fahrten übernehmen wollten und deshalb oft schneller führen.
Bis zum Wochenende lief in Venedig zudem das jährliche Filmfestival, während dessen zahlreiche Prominente ebenfalls Wassertaxis nutzten. Die Boote, die gewöhnlich sechs bis zehn Fahrgästen Platz bieten, werden häufig für die Verbindung zwischen dem Flughafen Marco Polo und der Innenstadt eingesetzt. Für eine solche Fahrt werden meist rund 150 Euro verlangt. Günstiger ist die Anreise allerdings über den Landweg oder mit den deutlich größeren Vaporetto-Booten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber