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Schock-Geständnis: Ex-Tagesvater missbrauchte Kita-Kinder

Vor Gericht wegen schwerer Vorwürfe gegen Kinder: Jetzt spricht der Kita-Betreiber – was sagt er zu den Taten?

22.05.2026, 16:16 Uhr

Ein ehemaliger Tagesvater muss sich vor dem Landgericht Stuttgart verantworten, weil er ihm anvertraute Kinder über Jahre hinweg schwer sexuell missbraucht haben soll. Die Staatsanwaltschaft legt dem 53-Jährigen unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen sowie die Herstellung kinderpornografischer Inhalte zur Last. Vor Gericht gestand der Angeklagte die Taten.

Betreuung auch nachts und am Wochenende

Nach Angaben der Anklage führte der Mann bis zu seiner Festnahme im Oktober 2025 eine Kindertagesstätte als Tagesvater. Zuletzt habe er dort acht Kinder betreut. Teilweise kümmerte er sich demnach auch nachts und an Wochenenden um sie. Mit einigen Kindern soll er zudem verreist sein, erklärte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage.

Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren betroffen

Die Ermittler werfen dem Mann vor, seit 2020 in zahlreichen Fällen sexuelle Handlungen an oder vor den von ihm betreuten Mädchen und Jungen vorgenommen zu haben. Außerdem soll er Kinder dazu gedrängt haben, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Laut Staatsanwaltschaft waren die betroffenen Kinder zwischen 0 und 12 Jahre alt, überwiegend jedoch Kleinkinder.

Darüber hinaus soll der 53-Jährige nicht verhindert haben, dass auch sein Sohn mehrere der Kinder missbrauchte. Gegen den Sohn wird den Angaben zufolge separat ermittelt. Zudem soll der Angeklagte Bilder und Videos mit Darstellungen von Kindesmissbrauch angefertigt, besessen und verbreitet haben. Insgesamt zählt die Anklage 45 Fälle.

Geständnis vor Gericht

Vor dem Landgericht räumte der frühere Tagesvater die Vorwürfe vollständig ein. „Alles, was mir vorgeworfen wird, stimmt“, sagte er. Das Leid, das er den Kindern zugefügt habe, könne er nicht wiedergutmachen.

Auf die Spur kamen Ermittler dem Mann nach früheren Informationen mit Unterstützung bayerischer Strafverfolger. Hintergrund waren Untersuchungen in einem sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk, über das Darstellungen von Kindesmissbrauch ausgetauscht worden sein sollen.

Für den Prozess sind am Gericht in Stuttgart insgesamt neun Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil wird Mitte Juli gerechnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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