Ermittlungen gegen Beschäftigte einer Behinderteneinrichtung in Schwaben
Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt gegen Mitarbeitende einer großen Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Schwaben. Nach Angaben der Behörde richtet sich das Verfahren derzeit gegen sieben Beschuldigte. Im Raum stehen unter anderem Vorwürfe der Misshandlung Schutzbefohlener sowie der falschen Verdächtigung. Über den Fall hatten zunächst die "Welt" und "Business Insider" berichtet.
Im Mittelpunkt steht das katholische Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) mit Sitz in Ursberg im Landkreis Günzburg. Das Sozialunternehmen teilte mit, dass Beschäftigte aus einer Wohneinrichtung bereits vor rund einem Jahr erstmals auf Mängel in der Pflege sowie auf mögliche Gewalt bei der Versorgung von Menschen mit Behinderung hingewiesen hätten. Daraufhin seien Polizei und zuständige Aufsichtsbehörden informiert worden.
Kaum Details zu den Vorwürfen
Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das DRW nannten bislang keine näheren Einzelheiten zu den mutmaßlichen Übergriffen. Weitere Auskünfte könnten derzeit nicht gegeben werden, erklärte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde, Stefanie Birle. Die Ermittlungen würden voraussichtlich noch längere Zeit andauern.
Träger mit Standorten in drei bayerischen Bezirken
Das Dominikus-Ringeisen-Werk ist nicht nur in Schwaben aktiv, sondern auch in Unterfranken und Oberbayern vertreten. Nach eigenen Angaben beschäftigt der Träger an mehr als 30 Standorten rund 5.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut etwa 5.000 Menschen.
Nach Darstellung des DRW spielen im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen auch Konflikte innerhalb der Belegschaft eine Rolle. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber