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Schafft Senta Berger den Oscar-Coup?

Oscar-Überraschung aus Deutschland? Elf Filme hoffen aufs Rennen – bald fällt die Jury die entscheidende Wahl.

17.08.2026, 15:26 Uhr

Elf deutsche Filme in der Vorauswahl für den Oscar als bester internationaler Film

Deutschland hat eine erste Auswahl für die Oscar-Kategorie „International Feature Film“ getroffen. Insgesamt stehen elf Produktionen zur Wahl. Mit dabei ist auch Simon Verhoevens Kinoerfolg „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, in dem unter anderem Senta Berger, Bruno Alexander und Michael Wittenborn zu sehen sind. Der Film basiert auf dem erfolgreichen Buch von Joachim Meyerhoff und trägt international den Titel „Oh – This Unspeakable Void“.

Welche Produktion Deutschland am Ende offiziell ins Rennen schickt, entscheidet eine unabhängige Fachjury. Das Ergebnis will German Films, die Münchner Auslandsvertretung des deutschen Films, voraussichtlich am 25. August bekanntgeben. Damit ist jedoch noch kein Platz auf der späteren Oscar-Shortlist oder unter den endgültigen Nominierten garantiert.

Shortlist im Dezember, Nominierungen im Januar

Die Shortlist mit 15 Filmen soll am 15. Dezember veröffentlicht werden. Die endgültigen Oscar-Nominierungen folgen am 21. Januar 2027. Die 99. Oscar-Verleihung ist für den 14. März in Los Angeles angesetzt.

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ hatte beim Deutschen Filmpreis bereits die Lola in Bronze erhalten.

Diese Filme stehen außerdem zur Auswahl

Neben Verhoevens Film sind noch zehn weitere deutsche Produktionen im Auswahlverfahren:

  • „23 000 Leben“ von Markus Goller
  • „Heimsuchung“ von Volker Schlöndorff
  • „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ von Nicolas Steiner
  • „Staatsschutz“ von Faraz Shariat
  • „Babystar“ von Joscha Bongard
  • „Das geträumte Abenteuer“ von Valeska Grisebach
  • „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke
  • „Everytime“ von Sandra Wollner
  • „Minotaurus“ von Andrei Zvyagintsev
  • „No good men“ von Shahrbanoo Sadat

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch Volker Schlöndorff, der bereits 1980 mit „Die Blechtrommel“ einen Oscar gewann.

Verleihung Deutscher Filmpreis
Beim Deutschen Filmpreis am 29. Mai holte «Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke» immerhin die Lola in Bronze. (Archivbild) Quelle: Christoph Soeder/dpa

Neue Academy-Regeln bringen zwei weitere deutsche Filme ins Spiel

Durch eine Regeländerung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences können diesmal zusätzlich zwei weitere deutsche Filme unabhängig von der nationalen Einreichung für die Kategorie berücksichtigt werden.

Nach den neuen Vorgaben dürfen nun auch fremdsprachige Filme teilnehmen, wenn sie zuvor einen bedeutenden Festivalpreis erhalten haben, etwa in Cannes oder Venedig. Zudem wird künftig nicht mehr das Land als Nominierter genannt, sondern direkt der Film selbst. Auf dem Oscar-Sockel soll dann der Filmtitel zusammen mit dem Namen der Regisseurin oder des Regisseurs stehen.

Davon profitieren in diesem Jahr zwei deutsche Produktionen:

  • „Von Scham und Geld“ von Visar Morina, ausgezeichnet mit dem Grand Jury Prize beim Sundance Film Festival
  • „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak, Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale

İlker Çatak erneut mit Oscar-Chancen

Für İlker Çatak wäre es nicht die erste Oscar-Erfahrung. Bereits 2024 war er mit dem Drama „Das Lehrerzimmer“ und Hauptdarstellerin Leonie Benesch im Rennen um den Oscar.

Damals musste sich der Film jedoch „The Zone of Interest“ geschlagen geben, der für Großbritannien eingereicht worden war. In dem Holocaust-Drama spielten die deutschen Darsteller Sandra Hüller und Christian Friedel zentrale Rollen. Friedel verkörperte den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß, Hüller dessen Ehefrau Hedwig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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