In Bayern ist die Zahl junger Menschen, die wegen Gewalttaten auffallen, im vergangenen Jahr gesunken. Trotzdem ereignen sich entsprechende Delikte weiter im öffentlichen Raum, an Bahnhöfen und auf Schulhöfen – teils mit Kindern als Tatverdächtigen. Nach dem Kinder- und Jugendbericht des Landeskriminalamts (LKA) ging die Gesamtzahl junger Tatverdächtiger um 5,2 Prozent zurück.
Auch an Schulen wurden weniger Straftaten gezählt. Gegenüber 2024 sank die Zahl um 10,5 Prozent auf 8.989 Fälle.
Fast 10.000 Kinder begehen Straftaten
Die Zahl der strafrechtlich auffälligen Kinder verringerte sich zwar leicht um 2,6 Prozent. Dennoch registrierten die Behörden im Jahr 2025 erneut fast 10.000 Kinder, die Straftaten begangen haben. Ihr Anteil an Gewaltdelikten nahm sogar weiter zu.
Zugleich stieg die Zahl der Kinder im Alter von 13 Jahren und jünger, die Opfer von Straftaten wurden, im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Laut LKA ist das ein neuer Höchststand. Erstmals liegt die Zahl der betroffenen Kinder damit über der der Jugendlichen. Auch bei den Tatverdächtigen wuchs die Gruppe der unter 13-Jährigen.
Junge Messerangreifer oft mit Vorbelastungen
Das LKA hat zusätzlich Straftaten mit Messern ausgewertet. Die Analyse zeigt: Junge Täter, die bei Gewaltdelikten ein Messer einsetzen, sind häufig bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten oder psychisch auffällig geworden.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen nach Angaben der Behörde psychische Probleme. Bei etwa jedem vierten Messerangreifer unter 21 Jahren waren entsprechende Belastungen schon aktenkundig. 55 Prozent waren bereits zuvor mit anderen Delikten aufgefallen – vor allem wegen Körperverletzung, Raub, Nötigung oder Bedrohung.
Bei 38 Prozent der jungen Täter und bei knapp 30 Prozent der Opfer gab es schon vor dem Messer-Vorfall Verstöße mit Bezug zum Betäubungsmittelgesetz. Zudem steht etwa jeder fünfte Messerangriff im Zusammenhang mit der Anbahnung von Drogengeschäften. Rund die Hälfte dieser Taten geschieht im öffentlichen Raum, 11,3 Prozent an Schulen.
Täter und Opfer kennen sich meist
Nach den Erkenntnissen des LKA kennen sich Täter und Opfer in den meisten Fällen, zudem sind sie oft ungefähr gleich alt. In der Regel kommt es nicht zu Verletzungen, weil das Messer häufig zur Einschüchterung eingesetzt wird. Allerdings erleiden sechs Prozent der Opfer schwere Verletzungen, in drei Prozent der Fälle sind diese sogar lebensgefährlich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber