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Ransomware-Schock: Mehr Opfer, Rekord bei Lösegeld

Cyber-Erpresser schlagen öfter zu – und ausgerechnet Mittelständler sind ihr Lieblingsziel. Warum gerade sie jetzt besonders leiden.

12.05.2026, 11:08 Uhr

Mehr Ransomware-Fälle in Deutschland – Opfer zahlen seltener, Cybergefahr wächst weiter

In Deutschland geraten immer mehr Unternehmen, Behörden und andere Einrichtungen ins Visier von Ransomware-Angriffen. Dabei verschlüsseln Kriminelle Daten und verlangen Geld für deren Freigabe. Aus dem aktuellen Bundeslagebild Cybercrime geht zugleich hervor, dass Betroffene seltener bereit sind, auf solche Forderungen einzugehen.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wurden im vergangenen Jahr bundesweit 1.041 Fälle von Ransomware und anderen erpresserischen Datendiebstählen angezeigt. Im Vorjahr waren es 950 Fälle.

Das Lagebild erfasst auch weitere Formen digitaler Kriminalität, etwa DDoS-Angriffe, bei denen Webseiten und Onlinedienste mit massenhaften Anfragen überlastet und dadurch lahmgelegt werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete Cyberkriminalität bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin als eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit. Deutschland zähle laut BKA zudem weltweit regelmäßig zu den bevorzugten Angriffszielen.

Nach Einschätzung des Innenministers steht vor allem Russland im Fokus. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs seien Aktivitäten aus dem russischen Raum deutlich angestiegen.

Künstliche Intelligenz verschärft das Problem

Dobrindt warnte außerdem davor, dass Künstliche Intelligenz die Bedrohungslage weiter verschärft. Die Technik mache Angriffe ausgefeilter und senke zugleich die Hürden für Täter. Auch Menschen ohne tiefere IT-Kenntnisse könnten sich mit Hilfe von KI schneller das nötige Wissen aneignen.

Der Minister kündigte zudem ein Gesetz zur aktiven Cyberabwehr an. Damit sollen Behörden nicht nur Angriffe abwehren, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch die Infrastruktur von Angreifern stören oder unschädlich machen können.

Ransomware trifft vor allem kleinere Unternehmen

Ransomware-Angriffe hatten in der Vergangenheit teils erhebliche Folgen: Krankenhäuser, Kommunalverwaltungen und Verkehrsbetriebe wurden zeitweise massiv beeinträchtigt oder vollständig lahmgelegt. Betreiber kritischer Infrastrukturen sind inzwischen gesetzlich verpflichtet, Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe umzusetzen. Kommt es dennoch zu einem erfolgreichen Angriff, muss dieser dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet werden.

Rund 90 Prozent der registrierten Angriffe richteten sich zuletzt gegen kleine und mittlere Unternehmen.

Weniger Zahlungen, aber höhere Summen

Nur noch sieben Prozent der von Ransomware betroffenen Einrichtungen gaben für 2025 an, Lösegeld gezahlt zu haben. Im Jahr davor lag der Anteil noch bei neun Prozent.

Wer zahlte, überwies im Schnitt allerdings deutlich mehr Geld. Laut BKA lag die durchschnittliche Lösegeldsumme bei rund 456.300 US-Dollar beziehungsweise etwa 387.000 Euro. Im Vorjahr hatte der Durchschnitt noch bei 276.615 Dollar gelegen.

Deutlich mehr DDoS-Angriffe und Hacktivismus

Auch bei DDoS-Attacken registriert die Polizei einen Anstieg. Besonders stark nahmen politisch motivierte Angriffe sogenannter Hacktivisten zu. Solche Attacken auf IT-Systeme stiegen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 224 Prozent.

Als wichtiger Hintergrund gilt die deutsche Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.

Cybercrime insgesamt bleibt auf hohem Niveau

Die Statistik zeigt seit Jahren einen anhaltenden Anstieg der Cyberkriminalität, vor allem bei Taten aus dem Ausland. Während die Zahl der Fälle mit mutmaßlichen Tätern in Deutschland 2024 leicht von rund 134.000 auf etwa 131.000 sank, stieg die Zahl der aus dem Ausland verübten Delikte von etwa 190.000 auf knapp 202.000.

Insgesamt wurden 2025 fast 334.000 Cybercrime-Fälle polizeilich registriert. In rund 126.000 Fällen wurden Täter oder Tätergruppen in Deutschland verortet.

Kritik aus der Opposition

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz wirft der Bundesregierung unterdessen Untätigkeit vor. Er fordert eine grundlegende Wende in der IT-Sicherheitspolitik und kritisiert, dass wichtige Reformen etwa beim staatlichen Umgang mit Sicherheitslücken, bei der Stärkung des BSI und bei nötigen verfassungsrechtlichen Anpassungen bislang ausgeblieben seien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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