Beim Zusammenstoß eines Lastwagens mit einem Intercity-Zug in Polen ist eine Frau ums Leben gekommen. Sieben weitere Menschen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht, wie eine Sprecherin der Luftrettung der Nachrichtenagentur PAP sagte. Unter den Verletzten sind auch der Fahrer des Lastwagens und der Lokführer.
Der Unfall ereignete sich am frühen Mittag an einem Bahnübergang zwischen Sokolniki Suche und Sokolniki Mokre, rund 125 Kilometer südwestlich von Warschau. Nach Angaben der Ermittler fuhr der Fahrer eines Betonmischers auf den unbeschrankten Übergang und prallte dort gegen den ersten Waggon des vorbeifahrenden Intercitys.
Der Zug war von Lublin im Osten des Landes in die Hafenstadt Stettin unterwegs. An Bord befanden sich laut Staatsanwaltschaft 114 Menschen. Durch die Kollision entgleisten die Lokomotive und alle sechs Waggons.
Reisende berichten von starkem Bremsen und Rauch
Nach Angaben der Bahn handelt es sich um einen unbeschrankten Bahnübergang, der mit Signalen gesichert ist. Diese hätten nach bisherigen Erkenntnissen funktioniert, sagte Infrastruktur-Vizeminister Piotr Malepszak. Der Lastwagenfahrer habe ausgesagt, dass ihn die Sonne geblendet habe. Der Intercity war zum Zeitpunkt des Unglücks mit 117 Stundenkilometern unterwegs.
Eine Passagierin berichtete dem Sender TVN24, sie habe zunächst eine starke Bremsung gespürt, danach habe der Waggon geschwankt. Sie sei schnell ausgestiegen und habe anschließend anderen Fahrgästen beim Verlassen des Zuges geholfen. Eine weitere Reisende aus dem ersten Wagen schilderte einen lauten Knall, dann habe sich der Waggon zur Seite geneigt. Vor den Fenstern sei Rauch zu sehen gewesen, weshalb viele aus Angst vor einem Brand den Zug rasch verlassen hätten.
Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Mit einem großen Kran versuchten die Rettungskräfte, einen entgleisten Waggon anzuheben, um Trümmer des Betonmischers darunter zu bergen. Unverletzte Fahrgäste wurden in eine Dorfbibliothek gebracht und dort mit Essen und Getränken versorgt.
Der Bahnverkehr auf der betroffenen Strecke wurde vorerst eingestellt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber