Als Dirk Nowitzki bei der Hall-of-Fame-Zeremonie im Berliner Kraftwerk als letzter Neuzugang auf die Bühne gebeten wurde, geriet Deutschlands Basketball-Ikone zunächst unerwartet unter Druck. Der Teleprompter fiel aus, sodass der frühere NBA-Star seine vorbereiteten Worte kurzerhand vom Handy ablesen musste. Später erzählte er mit einem Lächeln, die Schrift sei winzig gewesen und die Zeilen hätten ständig verrutscht — eine ziemlich nervenaufreibende Situation.
Auf die Frage, was unangenehmer sei — in den letzten Sekunden eines Spiels mit einem Punkt Rückstand zwei Freiwürfe zum Sieg zu haben oder eine Rede ohne funktionierenden Teleprompter zu halten — musste Nowitzki nicht lange überlegen. Für ihn war eindeutig der kaputte Bildschirm das größere Problem. Seine Freiwürfe, sagte er selbstbewusst, habe er schließlich immer sicher getroffen.
Wegen seiner außergewöhnlichen Laufbahn wurde Nowitzki nun sieben Jahre nach seinem Karriereende in die Ruhmeshalle des Weltbasketballs aufgenommen. Bereits 2023 war er in die Hall of Fame der NBA geehrt worden. Trotzdem hatte auch die Auszeichnung durch den Weltverband Fiba für ihn einen hohen Stellenwert.
Erinnerungen an die Anfänge mit den Nationalteams
Nowitzki betonte, wie wichtig ihm gerade diese Ehrung sei, weil dort für ihn alles begonnen habe: mit den Reisen und Erlebnissen in den Junioren-Nationalmannschaften. Gemeinsam mit Weggefährten wie Mithat Demirel und Marvin Willoughby sei er früh um die Welt gekommen. Diese Zeit verbinde er mit vielen besonderen Momenten und großem Spaß. Der Basketball habe ihm nicht nur sportlichen Erfolg gebracht, sondern auch die Möglichkeit, Länder kennenzulernen und Menschen zu treffen. Solche Erfahrungen, sagte er, seien oft wertvoller als Titel.
Auch nachdem er in der NBA zum Superstar geworden war, hielt Nowitzki dem deutschen Nationalteam die Treue. Genau diese Verlässlichkeit hob Fiba-Generalsekretär Andreas Zagklis in seiner Laudatio besonders hervor. Unabhängig davon, wie lang die Saison bei den Dallas Mavericks gewesen sei oder ob Nowitzki angeschlagen war — auf ihn habe Deutschland immer zählen können. Insgesamt lief er 153 Mal mit dem Adler auf der Brust auf.
Zagklis erinnerte zudem daran, dass Nowitzki Deutschland bei der WM 2002 in den USA zu Bronze und drei Jahre später bei der Europameisterschaft zu Silber geführt hatte. Trotz all seiner Erfolge sei er dabei stets bescheiden geblieben. Zagklis sagte, er habe weltweit niemanden getroffen, der schlecht über Nowitzki spreche, und nannte ihn den „Diamanten des deutschen Basketballs“.
Dank an Familie und Mentor Holger Geschwindner
Nowitzki machte in seiner Rede deutlich, wem sein besonderer Dank galt: seiner Familie und vor allem seinem langjährigen Mentor Holger Geschwindner. Den 80-Jährigen sprach er direkt im Publikum an und würdigte ihn nicht nur als Trainer, sondern als prägenden Menschen in seinem Leben. Geschwindner habe an ihn geglaubt, auch in Momenten, in denen er selbst an sich zweifelte. Ohne ihn, sagte Nowitzki, würde er heute nicht auf dieser Bühne stehen.
Berühmt wurden im Laufe der Jahre auch Geschwindners ungewöhnliche Trainingsmethoden. In einer kleinen Halle in Rattelsdorf brachte er Nowitzki in den Sommerpausen mit einem Mix aus klassischem Training und unkonventionellen Übungen in Form — darunter Rudern, Handstand, Saxofonspielen und Lesen.
Am Ende unterstrich Nowitzki noch einmal, wie entscheidend ein guter Mentor für Leben und Karriere sein könne. Mit einem Augenzwinkern zog er dabei einen besonderen Vergleich: Harry Potter habe Dumbledore gehabt, Alexander den Großen habe Aristoteles begleitet — und er selbst habe Holger gehabt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion