Bayern

Erlanger Bergkirchweih: Diese Musikfrage spaltet Besucher

Zwölf Songs lieber nicht? Mit dieser Bergkirchweih-Empfehlung löste die Stadt einen Mega-Wirbel aus – kippt jetzt die Stimmung?

25.05.2026, 16:42 Uhr

Bei der Erlanger Bergkirchweih sorgt eine Empfehlung der Stadt für Diskussionen. Die Verwaltung hatte den Festwirten und Musikgruppen nahegelegt, auf zwölf Lieder mit sexistischen oder frauenfeindlichen Inhalten zu verzichten. Viele Besucherinnen und Besucher sehen darin jedoch kein zentrales Thema und wollen sich die Feierlaune davon nicht verderben lassen.

Vor Beginn des Volksfestes, das zu den größten in Bayern zählt, hatte die Stadt unter anderem angeregt, Titel wie „Layla“, „Joana“, „Baby Bell“, mehrere Songs von Mickie Krause sowie das „Donaulied“ nicht zu spielen. Letzteres steht wegen Textpassagen in der Kritik, die auf eine mögliche Vergewaltigung anspielen. Die Stadt betonte dabei, dass es sich nicht um ein Verbot handle, sondern um eine Orientierungshilfe zur Sensibilisierung.

Kaum Verständnis für Empfehlung zu „Skandal im Sperrbezirk“

Trotzdem hat die Debatte große Aufmerksamkeit ausgelöst – in den Medien ebenso wie auf dem Fest selbst. Besonders wenig Verständnis gibt es offenbar dafür, dass auch „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang auf der Empfehlungsliste steht. Nach Aussagen von Besucherinnen und Besuchern läuft der Song dennoch weiterhin.

Ein Festgast sagte, gerade dieses Lied sorge auf dem Berg für besonders gute Stimmung. Seinem Eindruck nach werde es aus Trotz sogar noch lauter mitgesungen – unabhängig vom Geschlecht. Ein anderer Besucher meinte, die meisten Menschen kämen dorthin, um nach dem Alltagsstress einfach einen schönen Abend zu erleben. Für viele gehöre der bekannte Hit deshalb fest zur Feier dazu.

Eröffnung Erlanger Bergkirchweih mit Bieranstich
Bei der Erlanger Bergkirchweih gibt es heuer Wirbel um die Musikauswahl. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Sängerin sieht genügend Alternativen

Etwas differenzierter äußerte sich Steffi List, Sängerin der Band Overdrive. Ihrer Ansicht nach leidet die Stimmung nicht darunter, wenn einzelne umstrittene Titel aus dem Programm verschwinden. Es gebe genug andere starke Partyhits, auf die Bands zurückgreifen könnten.

Grundsätzlich halte sie den Vorstoß der Stadt für sinnvoll. Gleichzeitig bezweifelte sie, dass in ausgelassener Feststimmung tatsächlich viele Menschen über problematische Liedtexte nachdenken. Dennoch hofft sie, dass manche Besucherinnen und Besucher die Diskussion mitnehmen und sich später bewusster mit den Inhalten solcher Songs auseinandersetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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