Neuseelands Regierungspartei will Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien erschweren. Bildungsministerin Erica Stanford stellte am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Man schütze Kinder im Alltag vor Gefahren und müsse ihren Schutz deshalb auch im digitalen Raum deutlich ernster nehmen, sagte sie.
Dem Entwurf zufolge sollen Plattformen, die von der Regierung als besonders riskant eingestuft werden, künftig das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Dafür könnten unter anderem bereits vorhandene Kontodaten, biometrische Altersschätzungen, digitale Identitätslösungen oder offizielle Ausweisdokumente herangezogen werden.
Noch ist das Vorhaben nicht beschlossen, denn das Parlament muss dem Gesetz erst zustimmen. Allerdings stößt der Plan bereits auf Widerstand: Beide Koalitionspartner der National Party von Premierminister Christopher Luxon lehnen ihn ab. Die oppositionelle Labour-Partei hat sich bisher nicht positioniert.
Keine Sanktionen gegen Kinder oder Eltern
Betroffen wären laut Entwurf unter anderem Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube und X. Diese Dienste sollen regelmäßig prüfen, welche Gefahren von ihren Angeboten ausgehen, und offenlegen, wie sie solche Risiken erkennen und verringern.
Unternehmen, die gegen die Vorgaben verstoßen, könnten mit Geldbußen von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes belegt werden. Strafen gegen Kinder, Eltern oder andere Erziehungsberechtigte sind dagegen nicht vorgesehen. Stanford betonte, Eltern gäben ihr Bestes, sollten aber nicht allein gegen die mächtigsten Technologiekonzerne der Welt bestehen müssen.
Debatte auch international
Auch andere Länder treiben ähnliche Maßnahmen voran. In Australien trat am 10. Dezember 2025 als weltweit erster allgemeiner Ausschluss von sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft. Die Regierung begründete den Schritt damit, jungen Menschen ihre Kindheit zurückgeben und sie vor Cybermobbing sowie belastenden Inhalten schützen zu wollen.
Inzwischen wird auch in Europa verstärkt über solche Regeln diskutiert. In Deutschland kündigte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) ebenfalls an, ein entsprechendes Verbot auf den Weg bringen zu wollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber