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LA-Brandstiftungsprozess überraschend geplatzt

Nach den LA-Feuern platzt der Brandstiftungsprozess: Die Jury war uneins – dabei drohten dem Angeklagten Jahrzehnte Haft.

26.06.2026, 19:26 Uhr

Verfahren nach Bränden bei Los Angeles vorerst gescheitert

Im Strafprozess gegen einen Mann, dem im Zusammenhang mit den schweren Bränden 2025 im Raum Los Angeles Brandstiftung vorgeworfen wird, ist zunächst kein Urteil gefallen. Die Geschworenen in Kalifornien konnten sich laut übereinstimmenden US-Medien nicht einstimmig einigen. Daraufhin erklärte die zuständige Richterin das Verfahren für gescheitert (Mistrial).

Der Bundesstaatsanwalt für Los Angeles, Bill Essayli, kündigte anschließend auf X an, dass die Anklage den Fall erneut vor Gericht bringen will.

Dem 30-Jährigen drohten bei einer Verurteilung in drei Anklagepunkten bis zu 45 Jahre Gefängnis. Er hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen.

Vorwurf: Feuer absichtlich entfacht

Festgenommen worden war der Mann im Oktober 2025, rund neun Monate nach dem Beginn der verheerenden Feuer in der Region Los Angeles. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er am Neujahrstag 2025 ein Feuer gelegt haben, aus dem sich wenige Tage später das zerstörerische Palisades-Feuer entwickelte.

Nach Angaben der Ermittler war der Brand am Rand von Los Angeles zunächst am Neujahrstag von der Feuerwehr gelöscht worden. Allerdings habe das Feuer unterirdisch weitergeglimmt und sich am 7. Januar bei starkem Wind erneut ausgebreitet.

Die Anklage geht davon aus, dass der Mann das Feuer in einem Hügelgebiet vorsätzlich gelegt hat. Als Belege nannten die Ermittler unter anderem Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Zeugenaussagen, die den Angeklagten mit dem mutmaßlichen Ursprungsort des Feuers in Verbindung bringen sollen.

Die Verteidigung hielt dagegen, es gebe keine eindeutigen Beweise für Brandstiftung. Außerdem sei in der Gegend zu dieser Zeit auch Silvesterfeuerwerk gezündet worden, das ebenfalls als Auslöser infrage komme.

Tausende Gebäude zerstört

Im Januar 2025 hatten zwei große Feuerkatastrophen die Region erschüttert: das Palisades-Feuer am westlichen Rand von Los Angeles sowie das Eaton-Feuer nahe Pasadena und Altadena. Nach offiziellen Angaben wurden dabei mehr als 16.000 Gebäude zerstört.

Die Feuerwehr war über Wochen im Dauereinsatz, um die Brände unter Kontrolle zu bringen. Mindestens 31 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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