Plakate in Zügen und an Bahnhöfen sollen künftig zu mehr Respekt aufrufen und Gewalt gegen Bahnmitarbeitende eindämmen. Die Deutsche Bahn kündigte an, dass dazu unter anderem Werbeflächen mit Slogans wie „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform“ eingesetzt werden.
Die Motive gehören zur Kampagne #mehrAchtung, die vom Bundesverkehrsministerium gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) weitergeführt wird. Hintergrund ist ein Aktionsplan für mehr Sicherheit, der nach dem tödlichen Angriff auf einen 36 Jahre alten Zugbegleiter bei einem Sicherheitsgipfel beschlossen wurde.
Palla: Sicherheit beginnt im Umgang miteinander
DB-Vorständin Evelyn Palla erklärte, Sicherheit entstehe nicht allein durch zusätzliche Technik oder mehr Personal. Entscheidend seien vor allem Respekt, Rücksichtnahme und die Haltung im täglichen Miteinander. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) rief die Fahrgäste dazu auf, Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben auf Reisen zu übernehmen. Rücksicht müsse ebenso selbstverständlich sein wie das Reisegepäck, sagte er.
Mehr Übergriffe auf Beschäftigte der Bahn
Heike Moll, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der DB, verwies auf die zunehmenden Belastungen für die Beschäftigten. Beleidigungen, Bespucken, Schläge, sexuelle Übergriffe und Körperverletzungen gehörten inzwischen vielerorts zum Arbeitsalltag. Diese Entwicklung sei Ausdruck eines größeren gesellschaftlichen Problems und dürfe nicht nur einzelnen Personen angelastet werden.
Nach Einschätzung von Moll hängt die angespannte Betriebslage eng mit der steigenden Zahl an Übergriffen zusammen. Gerade bei Zugverspätungen und Ausfällen komme es häufiger zu Stress und Eskalationen.
Wie aus Angaben der Bundesregierung hervorgeht, wurden im Jahr 2025 rund 2.690 Angriffe auf Bahnmitarbeitende registriert. Das entspricht einem Anstieg von etwa elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen geplant
Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar während einer Fahrscheinkontrolle in einer Regionalbahn in Rheinland-Pfalz hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst.
Neben der Respektkampagne plant die Bahn zusätzliche Schutzmaßnahmen. Mitarbeitende mit Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen sollen freiwillig Bodycams tragen können. Im dritten Quartal sollen außerdem Geräte mit Tonaufzeichnung getestet werden. Darüber hinaus will der Konzern mehr Sicherheitspersonal einsetzen, Deeskalationstrainings ausbauen und auf einzelnen Strecken eine Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleitern erproben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion