Arbeitgeber sehen nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt Risiken für die Wirtschaft
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt haben Arbeitgebervertreter vor negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort gewarnt. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein von Abschottung geprägtes Umfeld schade Unternehmen und dem Land.
Kampeter sprach von einer deutlichen Niederlage für die demokratische Mitte. Das Ergebnis müsse aus seiner Sicht ein Weckruf sein, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und zu zeigen, dass Politik konkrete Probleme lösen könne. Die Bürger wollten weder leere Versprechen noch einfache Parolen, sondern überzeugende Inhalte und sichtbare Resultate.
Die AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund strebt nach ihrem starken Ergebnis bei der Landtagswahl nun eine Regierungsbeteiligung an. Sollte sie dafür Partner finden, könnte damit erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht kommen. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze musste hingegen deutliche Verluste hinnehmen.
Kampeter betonte außerdem, dass ein Wahlergebnis eine aus seiner Sicht falsche Wirtschaftspolitik nicht besser mache. Deutschland sei auf offene Märkte, internationale Fachkräfte, Investitionen und ein stabiles Europa angewiesen. Wer den Euro oder die Europäische Union infrage stelle und zugleich die Nähe zu Russland suche, schade den Interessen von Unternehmen und Beschäftigten.
Auch BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner mahnte nach der Wahl mehr Reformbereitschaft auf Bundesebene an. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie, das Ergebnis dürfe nicht zu politischem Stillstand in Berlin führen. Gerade jetzt brauche es eine entschlossen umgesetzte und ausgeweitete Reformagenda für mehr Investitionen, Innovationen und Wachstum.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber