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Nach Venezuela-Beben: Warum Helfer abziehen

Mehr als 3.600 Tote – jetzt beginnt in Venezuela die heikle nächste Phase: Hilfe für Opfer und Wiederaufbau.

08.07.2026, 04:33 Uhr

Einsatz in Venezuelas Erdbebengebiet verlagert sich auf Versorgung und Aufräumarbeiten

Zwei Wochen nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat die Hilfe vor Ort eine neue Etappe erreicht. Nach Angaben von Beteiligten stehen inzwischen vor allem das Räumen der Trümmer sowie die Versorgung der Menschen in den betroffenen Regionen im Mittelpunkt. Gleichzeitig steigt die Zahl der bestätigten Todesopfer weiter an.

Bislang wurden offiziell 3.685 Tote registriert. Allein innerhalb von 24 Stunden kamen 150 weitere bestätigte Opfer hinzu, wie aus einem Beitrag von Parlamentspräsident Jorge Rodríguez auf der Plattform X hervorgeht. Die Suche nach Überlebenden und die Bergung gelten inzwischen weitgehend als beendet. Dennoch werden weiterhin Leichen aus den eingestürzten Gebäuden geborgen.

UN-Nothilfekoordinator reist in die schwer betroffene Region

Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher traf am Dienstag Ortszeit in Venezuela ein und besuchte La Guaira im Norden des Landes, wo die Schäden besonders groß sind. In einem Video erklärte er, nun gehe es vor allem darum, die Zusammenarbeit für die nächste Phase zu organisieren. Dabei stünden die Bereitstellung von Nahrung, Trinkwasser, Unterkünften und medizinischer Hilfe im Vordergrund.

Internationale Teams ziehen ab

Viele ausländische Rettungsmannschaften haben Venezuela inzwischen wieder verlassen. Das mexikanische Team Topos México schrieb auf X, dies sei kein Zeichen des Aufgebens, sondern ein notwendiger Schritt in Richtung eines geordneten und würdevollen Wiederaufbaus. Begründet wurde der Rückzug unter anderem damit, dass das biologische Überlebensfenster für Verschüttete abgelaufen sei. Hinzu kämen die akute Gefahr weiterer Einstürze und der Bedarf an schwerem Gerät in den zerstörten Gebäuden.

Nach den Erdbeben in Venezuela
Die Zahl der Toten steigt immer weiter. Quelle: Ariana Cubillos/AP/dpa

Trotzdem setzen Freiwillige ihre Suche in den Trümmern fort. Angehörige, die noch immer auf Nachricht von vermissten Familienmitgliedern warten, fordern laut der Zeitung El Nacional, dass die Suche nicht eingestellt wird. Viele wollten zumindest Gewissheit, um ihre Verwandten im Todesfall beerdigen zu können.

Am 24. Juni war Venezuela von Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert worden. Danach wurden mehr als tausend deutlich schwächere Nachbeben registriert. Besonders in La Guaira wurden zahlreiche Gebäude zerstört. Fachleute halten es zwei Wochen nach einem Beben für äußerst unwahrscheinlich, noch Überlebende unter den Trümmern zu finden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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