Allgemein

Nach dem Tod eines Zugbegleiters erprobt die Bahn den Einsatz von zwei Mitarbeitern

Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter im Februar testet DB Regio Mitte erstmals den Einsatz von zwei Mitarbeitern in einem Zug. Bereits nach der ersten Woche schildern Beschäftigte ihre ersten Erfahrungen damit.

22.04.2026, 12:12 Uhr

Bahn testet Doppelbesetzung von Zugpersonal nach tödlicher Attacke in der Westpfalz

Gut zweieinhalb Monate nach der tödlichen Gewalttat gegen einen Zugbegleiter in einem Regionalzug in der Westpfalz erprobt die Deutsche Bahn nun den Einsatz von zwei Kundenbetreuern pro Zug. Wie das Unternehmen mitteilte, sind seit dem 13. April in zahlreichen Zügen von DB Regio Mitte erstmals jeweils zwei Mitarbeitende gemeinsam unterwegs. Ziel ist es, die Sicherheit an Bord zu erhöhen.

Für den Test wurden zunächst ausgewählte Strecken in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie im nördlichen Baden-Württemberg einbezogen. Dazu zählt auch der Landkreis Bergstraße in Südhessen und damit ein Teil des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN).

Nach Angaben der Vorsitzenden der Regionalleitung DB Regio Mitte, Silke Janser, habe es bereits nach der ersten Woche positive Rückmeldungen aus der Belegschaft gegeben. Mitarbeitende hätten berichtet, dass sie durch ihr gemeinsames Auftreten kritische Situationen beruhigen und eine weitere Eskalation verhindern konnten. Das sei ein Hinweis auf die schnelle Wirkung des neuen Konzepts.

Teilweise fahren Züge ohne Begleitpersonal

Der Probebetrieb wird mit der derzeit vorhandenen Zahl an Kundenbetreuern umgesetzt. Das hat zur Folge, dass manche Züge doppelt besetzt sind, während auf anderen Verbindungen kein Zugbegleitpersonal eingesetzt wird. Die Einsätze wechseln, damit verschiedene Linien und Fahrten einbezogen werden. Wie lange die Testphase dauern soll, ist bislang noch nicht entschieden.

Nach Bahnangaben war die Doppelbesetzung ein zentraler Wunsch vieler Beschäftigter. In einem nächsten Schritt sollen auch weitere Modelle geprüft werden, etwa gemischte Teams aus Kundenbetreuung und Sicherheitspersonal oder Kontrollgruppen mit mehr Personen.

Zugbegleiter starb nach Angriff bei Fahrscheinkontrolle

Anfang Februar war der Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt worden. Ein griechischer Staatsangehöriger sitzt wegen des Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft.

Dem Mann wird vorgeworfen, den 36-jährigen Zugbegleiter am 2. Februar während einer Ticketkontrolle in der Westpfalz mit Schlägen gegen den Kopf so schwer verletzt zu haben, dass dieser später an einer Hirnblutung starb.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der damals 26-Jährige keinen gültigen Fahrschein und sollte den Zug verlassen. Daraufhin soll es laut Polizei zu dem Angriff gekommen sein. Der Regionalzug war auf der Strecke von Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern nach Homburg im Saarland unterwegs.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen