Nach einer Messerattacke an einer Mittelschule in Istanbul ist eine Schülerin ihren Verletzungen erlegen. Das türkische Innenministerium erklärte auf X, dass das Mädchen trotz aller Rettungsversuche nicht gerettet werden konnte. Sieben weitere Schülerinnen und Schüler werden demnach weiterhin medizinisch behandelt.
Nach Angaben des Istanbuler Gouverneurs Davut Gül soll eine Schülerin am Morgen in der Schule wahllos mit einem Messer auf andere Jugendliche eingestochen haben. Die mutmaßliche Täterin lebt offenbar in der Nachbarschaft, trug eine Schuluniform und gelangte so auf das Gelände. Sie soll jedoch eine andere Schule besuchen.
Verdächtige in Gewahrsam
Wie das Innenministerium weiter mitteilte, wurde die Verdächtige festgenommen, zudem sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Nähere Informationen zu ihrem Alter oder einem möglichen Motiv wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Der Angriff ereignete sich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einer Schule im Istanbuler Stadtteil Kayabasi. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von Rettungswagen auf dem Schulhof sowie von aufgebrachten und verängstigten Schülern. Zuvor hatte Gouverneur Gül erklärt, fünf Verletzte hätten nur leichte Blessuren erlitten und sollten noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen können. Zwei weitere Opfer seien außer Lebensgefahr, müssten aber weiterhin behandelt werden.
Debatte über Gewalt an Schulen
Gewaltvorfälle an türkischen Schulen sorgen seit Monaten für verstärkte Diskussionen. Im April hatte ein 14-Jähriger das Feuer eröffnet und dabei neun Mitschüler sowie eine Lehrerin getötet. Auch der Schütze selbst kam dabei ums Leben. Gegen seine Eltern läuft derzeit ein Gerichtsverfahren. Zum Start des neuen Schuljahres hatte die Regierung als Reaktion strengere Sicherheitsmaßnahmen an Schulen eingeführt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber