Allgemein

Jeden Tag sterben acht Menschen auf unseren Straßen

Schockierende Unfallbilanz: Über 2.800 Tote auf Deutschlands Straßen – warum Experten jetzt Alarm schlagen.

07.07.2026, 10:46 Uhr

Mehr als 2.800 Verkehrstote in Deutschland im Jahr 2025

Im Straßenverkehr in Deutschland sind im vergangenen Jahr durchschnittlich acht Menschen pro Tag ums Leben gekommen. Nach den endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamts starben 2025 insgesamt mehr als 2.800 Menschen bei Unfällen auf den Straßen. Das waren 62 Todesopfer mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der Verletzten nahm zu. Sie stieg um rund 1,7 Prozent auf etwa 371.000. Davon erlitten rund 322.000 Menschen leichte Verletzungen. Im Tagesdurchschnitt wurden 135 Menschen schwer und 882 leicht verletzt. Die Zahl der Schwerverletzten sank dagegen leicht um 2,9 Prozent auf 49.200.

Langfristig zeigt sich jedoch ein klarer Rückgang der Unfallopfer. So kamen 1995 noch etwa 9.500 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, mehr als 500.000 wurden damals verletzt.

Alle 15 Minuten ein Unfall mit Alkoholbeteiligung

Wie das Bundesamt mitteilte, ereignete sich 2025 im Schnitt alle 15 Minuten ein Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Insgesamt starben dabei 170 Menschen, 17.900 weitere wurden verletzt.

Die Behörde weist darauf hin, dass Unfälle oft mehrere Ursachen haben. Alkohol spiele häufig zusammen mit anderem Fehlverhalten eine Rolle, etwa zu hoher Geschwindigkeit oder Missachtung der Vorfahrt. Hauptursache bei tödlichen Unfällen bleibt weiterhin überhöhtes Tempo.

Die meisten Unfälle innerorts, die meisten Todesopfer außerorts

Von den insgesamt 2,52 Millionen registrierten Verkehrsunfällen passierten 74 Prozent innerhalb geschlossener Ortschaften. Etwa zwei Drittel aller Verletzten wurden bei Unfällen in Städten und Gemeinden erfasst.

Die meisten Todesopfer gab es jedoch erneut außerhalb geschlossener Ortschaften. Als Gründe nennen die Statistiker unter anderem höhere Geschwindigkeiten, fehlende bauliche Trennungen zum Gegenverkehr und ungünstige Überholsituationen.

Innerorts waren 63 Prozent der tödlich Verunglückten mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Auch E-Scooter-Unfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich überwiegend in Ortschaften: 26 der insgesamt 33 Todesfälle mit E-Scootern wurden dort registriert. Ihr Anteil an allen innerorts Getöteten lag allerdings nur bei 2,7 Prozent.

Alle 18 Minuten wird ein Kind verletzt

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern. 2025 starben 74 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls, nach 53 im Jahr zuvor. Zudem wurden 29.000 Kinder verletzt. Im Durchschnitt wurde damit alle 18 Minuten ein Kind im Straßenverkehr verletzt.

Von den getöteten Kindern kamen 31 als Mitfahrer in einem Auto ums Leben, 22 waren zu Fuß unterwegs und 13 mit dem Fahrrad.

Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, sprach von einem schlechten Jahr für die Verkehrssicherheit in Deutschland. Besonders stark zugenommen hätten tödliche Unfälle bei Kindern unter 15 Jahren sowie bei Menschen ab 65 Jahren. Der Straßenverkehr sei für beide Gruppen oft zu unübersichtlich und nicht klar genug gestaltet. Für mehr Sicherheit brauche es unter anderem bessere Sicht an Kreuzungen und Einmündungen, mehr sichere Querungsmöglichkeiten und geschützte Radwege.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen