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Irlands Gangster-Boss? 49-Jähriger hinter Gittern

Irlands berüchtigter Clan im Visier: Kommt jetzt der spektakuläre Prozess gegen den mutmaßlichen Gangsterboss?

10.08.2026, 00:03 Uhr

Der mutmaßliche Kopf einer europaweit relevanten kriminellen Organisation ist aus Dubai nach Dublin überstellt worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 49 Jahre alte Ire musste nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA nach seiner Ankunft zunächst vor einem Sonderstrafgericht erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2017 eine organisierte kriminelle Vereinigung geführt zu haben. Nach einem Bericht der BBC wies sein Verteidiger die Darstellung zurück, sein Mandant sei ein Mafia- oder Gangboss.

Als das Regierungsflugzeug am Sonntag landete, war das Medieninteresse in Großbritannien groß. Nach Berichten britischer und irischer Medien soll es sich bei dem Mann um eine Schlüsselfigur des berüchtigten Kinahan-Clans handeln. Bereits im Frühjahr war er in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden.

Organisation soll in den 1990er Jahren entstanden sein

Der Gruppe werden zahlreiche schwere Delikte aus dem Bereich der organisierten Kriminalität zugeschrieben. Ermittler bringen sie unter anderem mit langjährigem Drogen- und Waffenschmuggel in Verbindung. Laut BBC ist der Beschuldigte der Sohn des Gründers der Verbrecherorganisation.

Die sogenannte Kinahan Transnational Criminal Organization (KTCO) soll in den 1990er Jahren aufgebaut worden sein. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich den Berichten zufolge zur mächtigsten kriminellen Vereinigung Irlands und dehnte ihre Aktivitäten später auch auf andere Länder aus.

Vor einigen Jahren war eine Belohnung in Millionenhöhe für Hinweise zum Aufenthaltsort des mutmaßlichen Anführers ausgesetzt worden. Nach früheren Angaben des US-Außenministeriums soll er unter den Spitznamen „Chess“, „D“ und „Cuz“ bekannt gewesen sein.

Mutmaßlicher Gangster-Boss nach Irland ausgeflogen
Er soll Richtern vorgeführt werden. Quelle: Mark Marlow/PA Wire/dpa

Vorwürfe reichen von Drogenhandel bis zu Mord

Den vorliegenden Informationen zufolge begann die Gruppierung zunächst mit dem Vertrieb von Kokain und Heroin aus Südamerika in Irland. Später soll das Geschäft auf Großbritannien und das europäische Festland ausgeweitet worden sein. Zudem stehen Geldwäsche und illegaler Waffenhandel im Raum. Auch mehrere Tötungsdelikte werden der Organisation zugeschrieben.

Weltweite Aufmerksamkeit erregte der Kinahan-Clan vor allem durch eine blutige Fehde mit einer rivalisierenden Drogenbande in Dublin. 2016 fielen bei einer Veranstaltung rund um einen Boxkampf in einem Hotel in der irischen Hauptstadt Schüsse. Der nun Beschuldigte soll damals das Ziel des Angriffs gewesen sein, blieb aber unverletzt. Seitdem wurden den Berichten zufolge 18 Menschen getötet. Laut PA ist der nächste Gerichtstermin für den 5. Oktober angesetzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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