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Immobilienpreise fast wieder auf Rekordniveau – Iran-Krieg dämpft den Anstieg

Wohnungen und Einfamilienhäuser werden wieder teurer und nähern sich den Rekordwerten aus dem Immobilienboom von 2022. Was Besitzer erfreut, belastet Kaufinteressenten zunehmend. Der Krieg mit dem Iran könnte diese Entwicklung jedoch spürbar abbremsen.

22.04.2026, 12:47 Uhr

Immobilienpreise in Deutschland ziehen wieder deutlich an

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland nähern sich nach Angaben finanzierender Banken erneut den Höchstständen aus der Boomphase. Im vierten Quartal 2025 verteuerten sich Häuser und Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent. Das geht aus dem Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hervor, der auf tatsächlichen Transaktionen von mehr als 700 Banken basiert.

Laut VDP setzte sich damit die seit 2024 laufende Erholung am Markt fort. Nach Einschätzung von VDP-Präsident Gero Bergmann liegen die Preise für Wohnimmobilien inzwischen nur noch knapp unter dem Rekordniveau vom Sommer 2022, als die niedrigen Zinsen den Markt stark beflügelten.

Metropolen mit besonders starkem Anstieg

In den sieben größten deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg und München, legten die Kaufpreise zum Jahresende 2025 besonders kräftig zu. Dort wurde ein Plus von 4,7 Prozent verzeichnet. Auch die Mieten bei Neuvermietungen stiegen in diesen Städten spürbar und lagen 3,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels rechnet der Verband damit, dass die Mieten weiter steigen werden. Für 2026 erwartet der VDP bundesweit einen weiteren Anstieg der Immobilienpreise zwischen 2,5 und 4,5 Prozent. Damit könnten in Deutschland neue Höchststände erreicht werden.

Krieg und Inflation sorgen für Unsicherheit

Gleichzeitig wird die Lage durch den Krieg im Iran unsicherer. Nach Einschätzung Bergmanns erhöht der Konflikt den Inflationsdruck. Offen sei daher, ob die Europäische Zentralbank im weiteren Jahresverlauf die Leitzinsen anheben wird. Das hätte Auswirkungen auf die Finanzierungskosten für private Bauherren ebenso wie für institutionelle Investoren.

Die zu Jahresbeginn noch spürbare Zuversicht habe durch den Krieg einen Dämpfer erhalten. Von einer Krise bei der Refinanzierung könne derzeit jedoch noch nicht gesprochen werden.

Höhere Bauzinsen belasten Käufer und Bauherren

Im Zuge des Konflikts im Iran sind die Zinsen für Immobilienkredite gestiegen. Hintergrund sind höhere Öl- und Gaspreise sowie die Erwartung einer steigenden Inflation im Euroraum. Deshalb rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass die EZB ihre Geldpolitik straffen könnte.

Bereits jetzt haben sich die langfristigen Kapitalmarktzinsen, an denen sich Baufinanzierungen orientieren, merklich erhöht. Für Immobilienkredite mit zehnjähriger Laufzeit werden inzwischen wieder knapp vier Prozent Zinsen verlangt. Für Verbraucher, die häufig hohe Darlehenssummen aufnehmen müssen, ist das eine erhebliche Belastung.

Nachfrage nach Wohnimmobilien bleibt hoch

Trotz des höheren Zinsniveaus vergaben die Banken im Jahr 2025 deutlich mehr Kredite für Wohnimmobilien. Das Volumen neu vergebener Darlehen stieg laut VDP um 17,5 Prozent auf 92,6 Milliarden Euro. Besonders kräftig fiel das Wachstum bei Mehrfamilienhäusern aus, wo das Neugeschäft um rund ein Viertel zulegte.

Auch bei Gewerbeimmobilien zeigte sich eine Erholung. Dieser Markt war zuvor vor allem wegen des anhaltenden Homeoffice-Trends unter Druck geraten, konnte 2025 aber wieder spürbar zulegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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