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Hantavirus-Alarm: Passagiere sitzen vorerst fest

Wochenlang auf der «Hondius» gefangen: Jetzt platzt sogar das geplante Kreuzfahrt-Ende – wegen eines mutmaßlichen Virusausbruchs.

05.05.2026, 04:52 Uhr

Nach dem Verdacht auf einen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff dürfen die Passagiere vorerst nicht wie vorgesehen auf den Kapverden an Land. Einen endgültig bestätigten Zielhafen gibt es nach Angaben des Betreibers Oceanwide Expeditions noch nicht. Geprüft werde jedoch, ob das Schiff stattdessen Kurs auf die Kanarischen Inseln nimmt. Für drei Menschen ist eine medizinische Evakuierung über Kap Verde geplant. Derzeit liegt das Schiff vor dem Hafen von Praia.

Sollte die „Hondius“ auf den Kanaren anlegen, könnten dort weitere medizinische Untersuchungen erfolgen, etwa in Las Palmas auf Gran Canaria oder auf Teneriffa. Nach Angaben der Reederei könnten diese unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie niederländischer Gesundheitsbehörden stattfinden. Eine endgültige Bestätigung dafür stand am späten Montagabend aber noch aus. An Bord sei die Lage ruhig, die rund 150 Passagiere wirkten insgesamt gefasst.

Das Schiff war vor einigen Wochen mit 61 Besatzungsmitgliedern und knapp 150 Passagieren von Argentinien in Richtung Kap Verde aufgebrochen. Während der Reise kam es zu mehreren Todesfällen. Bislang starben drei Passagiere: ein älteres niederländisches Ehepaar und ein deutscher Reisender.

Bei der verstorbenen Niederländerin wurde laut Reederei unter Verweis auf die WHO das Hantavirus nachgewiesen. Ein weiterer Passagier ist demnach laborbestätigt infiziert und wird derzeit auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Darüber hinaus gibt es weitere Verdachtsfälle an Bord. Auch zwei Mitglieder der Crew seien erkrankt.

Übertragung meist durch Ausscheidungen von Nagetieren

Das Hantavirus kann beim Menschen Fieber sowie schwere Erkrankungen der Atemwege auslösen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Eine Ansteckung erfolgt in der Regel durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere. In seltenen Fällen ist laut WHO auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Wie das Robert Koch-Institut erläutert, scheiden infizierte Nager das Virus über Kot, Urin oder Speichel aus. Menschen infizieren sich meist durch aufgewirbelten Staub, etwa beim Reinigen staubiger Dachböden oder Schuppen, oder durch Bisse. Ein Ausbruch auf einem Schiff gilt als ungewöhnlich.

Die WHO sieht nach aktuellem Stand kein erhöhtes Risiko für die allgemeine Öffentlichkeit. Nach eigenen Angaben unterstützt die Organisation sowohl die Passagiere als auch die Besatzung. Zudem läuft derzeit eine umfassende epidemiologische Untersuchung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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