Evakuierung vor Waldbrand: Auch Tiere leiden unter der Ausnahmesituation
In einer großen Messehalle in Bordeaux liegt Border-Collie-Hündin Simba ausgestreckt auf einem Feldbett und wirkt erschöpft. Aufstehen möchte die fünf Jahre alte Hündin nicht. Für ihre Besitzerin Karine Soulard ist klar, dass auch Simba unter der Flucht vor dem drohenden Großbrand leidet. In der Notunterkunft sagt die Französin, Tiere seien äußerst sensibel und nähmen die Angst und Anspannung ihrer Menschen deutlich wahr.
Eigentlich hätten die 58-Jährige und ihre Hündin die Gemeinde Martignas-sur-Jalle nahe Bordeaux bereits einige Tage früher verlassen sollen. Doch zunächst kehrten sie noch einmal um. Erst vor kurzem wurden sie schließlich von einem Gendarmen aus ihrem Zuhause geholt. Nun sind sie in der Unterkunft in Bordeaux untergebracht, wo sie sich mit vielen weiteren Evakuierten einen Schlafsaal teilen.
Soulard vermutet, dass Simba nicht nur wegen der ungewohnten Menschenmenge müde ist, sondern auch wegen der belastenden Situation insgesamt. Trotzdem ist sie froh, ihre Hündin an ihrer Seite zu haben. Zwischen den Feldbetten laufen auch viele andere Hunde umher. Manche Menschen brachten zudem Katzen oder Kaninchen mit.
Damit auch die Tiere versorgt sind, kümmert sich ein Team von Tierärzten um die vierbeinigen Begleiter. Es stellt unter anderem Futter, Leinen und kleine Gehege zur Verfügung.
Soulard erinnert sich daran, dass sie Simba schon als ganz jungen Hund bekam. Für sie ist die Hündin ein wichtiger Halt: Jeden Tag, sagt sie, schenke Simba ihr Liebe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber