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Fall Fabian: Kommt jetzt der Freispruch?

Lebenslang oder Freispruch? Im Fabian-Prozess prallen Welten aufeinander – jetzt spitzt sich alles dramatisch zu.

30.10.2026, 10:34 Uhr

Verteidigung fordert Freispruch im Fall des getöteten Fabian

Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow will die Verteidigung für die 30-jährige Angeklagte einen Freispruch erreichen. Vor dem Landgericht Rostock äußerte Rechtsanwalt Thomas Löcker erneut erhebliche Zweifel an der Beweislage.

In seinem Plädoyer am 34. Verhandlungstag erklärte der Verteidiger, er habe nicht den Eindruck gewonnen, dass sich das Bild der Tat durch immer neue Erkenntnisse verdichtet habe. Stattdessen seien im Laufe des Verfahrens einzelne Elemente weggefallen oder hätten nicht mehr zusammengepasst. Aus Sicht der Verteidigung bleibe vieles ungeklärt, eine lückenlose Beweiskette liege daher nicht vor. Löcker verwies dabei auf den Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“.

Bereits am Donnerstag hatten Staatsanwaltschaft und die Vertreterin von Fabians Mutter als Nebenklägerin ihre Schlussvorträge gehalten. Beide forderten eine Verurteilung der Deutschen wegen Mordes, eine lebenslange Freiheitsstrafe sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Sollte das Gericht dem folgen und das Urteil rechtskräftig werden, wäre eine Entlassung nach 15 Jahren faktisch kaum möglich.

Urteil soll am 10. November fallen

Der Frau wird vorgeworfen, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl südwestlich von Güstrow mit einem Messer getötet zu haben. Nach Auffassung der Anklage steht die Tat im Zusammenhang mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater. Ein Staatsanwalt hatte von einer klaren Indizienkette gesprochen. Die Angeklagte hat die Vorwürfe während des gesamten Prozesses zurückgewiesen.

Die Schlussanträge der Verteidigung sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Auch das Plädoyer des zweiten Verteidigers, Andreas Ohm, steht noch aus. Anschließend erhält die Angeklagte noch das letzte Wort. Das Urteil soll am 10. November verkündet werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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