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Fabians Vater schockt: «Sie sind unschuldig»

Brisante Suchanfragen, Video, Handydaten: Im Fall Fabian kommen neue Details ans Licht - doch ausgerechnet ein Zeuge zweifelt.

05.05.2026, 16:29 Uhr

Neue Details im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian

Am dritten Verhandlungstag im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow sind weitere Ermittlungsergebnisse bekannt geworden. Im Rostocker Landgericht wurde unter anderem ein Überwachungsvideo gezeigt, das das Auto der Angeklagten am Vormittag des 10. Oktober 2025 innerhalb weniger Minuten zweimal unweit von Fabians Wohnadresse zeigen soll.

Parallel dazu ergaben die Auswertungen, dass das Display von Fabians Handy nach zuvor andauernder Aktivität in diesem Zeitraum ausgeschaltet wurde. Erst am Nachmittag sei das Telefon wieder aktiviert worden – zu dem Zeitpunkt, als Fabians Mutter nach Hause kam und zwar das Handy, nicht aber ihren Sohn vorfand.

Neu ist zudem ein Foto, das nach Angaben der Ermittler am Vormittag des mutmaßlichen Tattages mit dem Handy der 30-Jährigen aufgenommen wurde. Es soll einen Waldweg und den Hund der Angeklagten zeigen. Der Ort liegt laut Staatsanwaltschaft in der Nähe der Stelle, an der Fabians Leiche später gefunden wurde.

Auffällige Internet-Suchen

Nach Angaben des Gerichts wurde über den Nutzeraccount der Angeklagten bereits am Tag von Fabians Verschwinden im Internet nach Begriffen wie „Polizei“ und „Person vermisst“ gesucht. Besonders brisant: Diese Recherchen sollen erfolgt sein, noch bevor Fabians Vater – der früher mehrere Jahre mit der beschuldigten Frau liiert war – sie überhaupt darüber informiert hatte, dass sein Sohn verschwunden sei.

Außerdem wurde laut Gericht über denselben Account am folgenden Tag unter anderem nach dem Thema gesucht, ob Wildschweine tote Menschen fressen.

Die Angeklagte hat sich zu den Vorwürfen vor Gericht bislang nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Beschuldigten vor, Fabian am 10. Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Als mögliches Motiv sieht die Anklage Konflikte rund um die Beziehung zu Fabians Vater. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er die mehrjährige Beziehung im August 2025 beendet.

Audionachrichten im Gericht abgespielt

Im Prozess wurden auch Sprachnachrichten der Beschuldigten vorgespielt. Darin habe sie einem Bekannten vorgeschlagen, unter anderem bei Klein Upahl südwestlich von Güstrow nach Fabian zu suchen. In der Nähe dieses Ortes wurde später die Leiche des Kindes entdeckt. Den Hinweis an die Polizei gab den bisherigen Angaben zufolge die Angeklagte selbst.

Der dritte Verhandlungstag zog sich über viele Stunden. Einziger Zeuge war Fabians Vater, dessen Vernehmung bereits am vorherigen Verhandlungstag begonnen hatte.

Anhand von Chat- und Audionachrichten wurde im Gericht deutlich, dass der Vater und die Angeklagte ihre Beziehung auch nach der Trennung im Sommer 2025 weiter intensiv thematisierten. Dabei ging es laut Gericht wiederholt auch um Spannungen zwischen der Frau und der Familie des Vaters. Zudem soll sie gestört haben, dass er wegen Absprachen zu Fabian weiterhin Kontakt zu dessen Mutter hielt. Kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich beide nach Aussage des Vaters wieder angenähert.

Vater glaubt an Unschuld der Angeklagten

Fabians Vater stellte sich im Gerichtssaal hinter die 30-Jährige und sagte, er glaube an ihre Unschuld. Nach seiner Aussage sind beide inzwischen wieder ein Paar. Er erklärte außerdem, er habe die Frau während ihrer Untersuchungshaft regelmäßig besucht.

Im Gericht fiel jedoch auf, dass der Vater frühere Aussagen sowie Nachrichten teils relativierte, wenn sie zulasten der Angeklagten ausgelegt werden konnten. Der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft zeigte sich darüber irritiert und fragte den Vater sinngemäß, ob er Angst habe, die Wahrheit zu erfahren. Auch der Vorsitzende Richter drängte den Zeugen zu klaren Antworten.

Für die Angeklagte gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Trauerrede teilweise mit ChatGPT verfasst

Gegen Ende des Prozesstages spielte auch eine Trauerrede für Fabian eine Rolle, die die Angeklagte nach Angaben des Gerichts für den Vater verfasst haben soll, nachdem dieser sie vor der Beerdigung um Hilfe gebeten hatte. Nach der Auswertung ihres Handys stellte sich laut Vorsitzendem Richter jedoch heraus, dass die Formulierungen nur teilweise von ihr selbst stammten. Demnach nutzte sie ChatGPT, das die Rede mitformulierte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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