Allgemein

Ehefrau erschossen: Das ist sein hartes Urteil

Er gab den tödlichen Schuss auf seine Frau zu – doch war es wirklich keine geplante Tat? Das Gericht hat jetzt entschieden.

21.10.2026, 15:40 Uhr

Ein 38 Jahre alter Mann ist vom Landgericht Ellwangen wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter tötete er die 38-Jährige am 10. Februar in Schrozberg im Landkreis Schwäbisch Hall heimtückisch mit einem Kopfschuss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte vor Gericht eingeräumt, seine Frau erschossen zu haben. Eine geplante Tat bestritt er jedoch und schilderte, ein Streit sei eskaliert. Das Verbrechen geschah am 18. Geburtstag des ältesten Sohnes. Die Staatsanwaltschaft ging dagegen davon aus, dass der Mann die Tat vorbereitet hatte und aus Eifersucht sowie verletztem Ehrgefühl handelte.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers stammen beide Eheleute aus demselben Dorf in der Türkei und gehören zur kurdischen Volksgruppe. Der Verurteilte besitzt sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit.

Die Kammer hielt einen unmittelbaren Streit als Auslöser ebenso für nicht erwiesen wie einen Mord aus niedrigen Beweggründen. Nach den Feststellungen des Gerichts wartete der Mann seiner Frau entweder auf einer Feuertreppe hinter dem gemeinsamen Dönerimbiss auf oder traf dort zufällig auf sie. Als die Frau das Geschäft verließ und sich auf den Weg in die gemeinsame Wohnung machte, schoss er aus einer Distanz von 20 bis 40 Zentimetern mit einer Pistole auf ihre Stirn. Sie starb noch am Tatort.

Ehe seit Jahren belastet

Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Frau bewusst ausgenutzt zu haben. Dieser Einschätzung folgte das Gericht und sah das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Ein klares Tatmotiv konnte nach Angaben des Vorsitzenden Richters jedoch nicht festgestellt werden; die Hintergründe seien vielschichtig. Die Ehe galt demnach schon seit Jahren als zerrüttet und von zahlreichen Konflikten geprägt.

Mordprozess in Ellwangen
Der Mann hatte gestanden, seine Frau erschossen zu haben. Quelle: Stefan Puchner/dpa

Ein Gutachter kam zu dem Schluss, dass der Angeklagte voll schuldfähig war. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden. Der Prozess wurde von mehreren Polizeikräften gesichert, da es in der Türkei zwischen den Familien des Angeklagten und des Opfers zu Schusswechseln gekommen sein soll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen