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60 Jahre Aberfan: Royals rühren mit Gedenken zu Tränen

Aberfan bleibt ein Makel der Queen: 60 Jahre nach der Tragödie will Charles zeigen, was damals versäumt wurde.

21.10.2026, 15:38 Uhr

Aberfan gedenkt der Opfer der Katastrophe vor 60 Jahren

Gemeinsam mit Überlebenden und Hinterbliebenen hat die britische Königsfamilie im walisischen Aberfan an die Opfer der verheerenden Erdrutsch-Katastrophe von 1966 erinnert. Bei dem Unglück kamen 144 Menschen ums Leben, darunter 116 Kinder.

König Charles III., Queen Camilla und Prinz William reisten aus diesem Anlass in den Ort nördlich von Cardiff. Damals war Abraum einer Kohlenmine nach starken Regenfällen ins Rutschen geraten und hatte eine Schule sowie mehrere Wohnhäuser unter sich begraben.

Späte Reaktion der Queen blieb umstritten

Für das Königshaus war das Unglück lange ein sensibles Kapitel. Queen Elizabeth II., die 2022 starb, besuchte Aberfan erst acht Tage nach der Katastrophe und erst nach einer großen Gedenkfeier. Vielen galt dies als Zeichen fehlender Anteilnahme. Bis heute wird die späte Reise als einer der größten Fehler ihrer Amtszeit angesehen. Später kehrte sie mehrfach nach Aberfan zurück.

Das Unglück ereignete sich an einem Freitagmorgen kurz nach 9 Uhr, unmittelbar vor den Herbstferien. Eine rund 150.000 Tonnen schwere Abraumhalde hatte sich nach tagelangem Regen gelöst. Obwohl bekannt gewesen sein soll, dass sich unter der Halde Wasserquellen befanden, war dort über Jahre Material aufgeschüttet worden.

Zwar stellte eine Untersuchung erhebliche Versäumnisse fest, strafrechtliche Konsequenzen gab es jedoch nicht. Auch die Kosten für die Aufräumarbeiten wurden zunächst aus einem Spendenfonds bezahlt. Erst viele Jahre später wurde das Geld zurückgegeben.

Jahrestag der Katastrophe von Aberfan
144 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben. (Archivbild) Quelle: Press Association/PA Wire/dpa

Charles spricht von einem der traurigsten Tage

Bei einer Ansprache an die Bewohner bezeichnete König Charles den Jahrestag als Erinnerung an einen „unvorstellbar traurigen und tragischen Tag“. Die Berichte von Angehörigen und Überlebenden hätten ihn tief bewegt und demütig gemacht. Er sagte, die Gedanken vieler Menschen in Großbritannien und weit darüber hinaus seien an diesem Tag bei Aberfan.

Im Gedenkgarten auf dem Gelände der früheren Schule legten Charles, Camilla und William gemeinsam mit einer Lehrerin, die das Unglück überlebt hatte, Kränze nieder. Auf dem Kranz des Königs stand die Widmung: „In besonderer Erinnerung“. Anschließend begegnete Charles auch einer Mutter, die bei der Katastrophe eines ihrer Kinder verloren hatte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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