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Bruderkrieg am Todestag: Was William Harry entzweit

Dianas Tod schweißte sie einst zusammen – heute sind William und Harry tief zerstritten. Gibt es jetzt doch ein überraschendes Comeback?

28.08.2026, 04:30 Uhr

Als Prinzessin Diana 1997 bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben kam, hätte wohl kaum jemand erwartet, dass ihre beiden Söhne fast 30 Jahre später so zerstritten sein würden. Doch kurz vor dem 29. Todestag der als "Königin der Herzen" verehrten Diana am 31. August gilt das Verhältnis zwischen Prinz William und Prinz Harry Berichten zufolge als so schlecht wie lange nicht.

Dabei galten die Brüder früher als eng verbunden. Sie traten gemeinsam bei öffentlichen Anlässen auf, teilten sich zeitweise ein Pressebüro und engagierten sich zusammen in wohltätigen Projekten. Der Bruch kam mit Harrys und Meghans Abkehr vom Königshaus. In Interviews, der Netflix-Dokumentation und schließlich vor allem in Harrys Memoiren "Spare" erhoben sie schwere Vorwürfe gegen die Royals.

„Geliebter Bruder und Erzfeind“

In seinem Buch beschreibt Harry den älteren Bruder, in dessen Schatten er nach eigenem Empfinden stets als "Reserve" stand, als "geliebten Bruder und Erzfeind". Er berichtet dort auch von einem heftigen Streit, bei dem William ihn körperlich angegriffen haben soll. Harry schildert, William habe ihn am Kragen gepackt, seine Kette zerrissen und ihn zu Boden gestoßen. Dabei habe er sich an einem zerbrochenen Hundenapf verletzt. Vom Palast gab es dazu keine Stellungnahme.

Zuletzt sollen Harry, Meghan und ihre beiden Kinder aus den USA zurückgekehrt sein. Damit trennt die Brüder inzwischen kein Atlantik mehr, sondern womöglich nur noch eine überschaubare Autofahrt. Wo die Sussexes genau leben, ist offiziell nicht bekannt. Medienberichten zufolge könnten sie sich in den Cotswolds westlich von London niedergelassen haben.

Prinz William und Prinz Harry
Knapp 30 Jahre nach dem Tod ihrer Mutter trennt die Brüder William und Harry ein tiefes Zerwürfnis. (Archivfoto) Quelle: Martin Meissner/AP/dpa

Von William gibt es bislang keine Annäherung

Während Harry seinem Vater, König Charles, offenbar wieder etwas näher gekommen ist, bleibt das Verhältnis zu William schwer belastet. Harry ließ in einem Interview erkennen, dass er sich eine Versöhnung durchaus vorstellen könne. Von William kam darauf bislang jedoch keine öffentliche Reaktion.

Der Royal-Experte und Verfassungskenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway hält es für möglich, dass sich das irgendwann ändern könnte. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, William könne auf Dauer als isoliert oder unnachgiebig wahrgenommen werden. Noch sei dieser Punkt nicht erreicht, doch grundsätzlich sei ein solcher Eindruck denkbar.

Beide geben Paparazzi Mitschuld an Dianas Tod

Aus Sicht Prescotts wäre eine Aussöhnung – und womöglich sogar eine Rückkehr Harrys in den Kreis der "working royals" – auch für die Monarchie von Vorteil. Mit Blick auf die Zukunft des Königshauses äußerte er Sorge, dass es in einigen Jahren nur noch sehr wenige aktive Mitglieder geben könnte: neben einem künftigen König William und Königin Catherine womöglich nur noch einzelne weitere Royals, die offizielle Aufgaben übernehmen.

Dass die Entfremdung der Brüder tatsächlich bis in die Kindheit zurückreiche, wie Harrys Buch teilweise vermuten lässt, glaubt Prescott allerdings nicht. Wahrscheinlicher sei, dass Harry sich von William im Kampf gegen die Boulevardpresse zu wenig unterstützt fühlte. Beide Brüder machen die Paparazzi mitverantwortlich für den Tod ihrer Mutter, die 1997 in Paris von Fotografen verfolgt wurde. Harry ging allerdings deutlich weiter als William: Er äußerte mehrfach die Sorge, Meghan könne Ähnliches widerfahren, und führte einen erbitterten Kampf gegen britische Boulevardmedien, unter anderem vor Gericht.

Kann Kate zwischen den Brüdern vermitteln?

William hatte zuletzt noch andere Belastungen als den Streit mit seinem Bruder. Bei seiner Frau Kate wurde 2024 Krebs festgestellt; sie musste sich einer Chemotherapie unterziehen. Ein Jahr später teilte sie mit, dass sich die Krankheit in Remission befinde.

Bei Krebs bedeutet Remission in der Regel, dass die Erkrankung derzeit nicht nachweisbar oder unter Kontrolle ist. Wie genau das im Einzelfall zu bewerten ist, hängt von der jeweiligen Diagnose ab. Um welche Krebsart es sich bei Kate handelte, wurde nicht öffentlich gemacht. William beschrieb diese Zeit rückblickend als brutal und als das schwerste Jahr seines Lebens.

Manche Beobachter trauen gerade Kate zu, zwischen den Brüdern zu vermitteln. In Medien wurde bereits spekuliert, sie könne auf William einwirken und so zu einer Annäherung beitragen. Sollte das tatsächlich gelingen, wäre es ausgerechnet die heutige Princess of Wales, die den Frieden zwischen Dianas Söhnen wiederherstellt – ein Schritt, den viele wohl noch vor dem 30. Todestag Dianas im kommenden Jahr begrüßen würden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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