Allgemein

Blutbad im Kloster: Toter und Verletzte in Polen

Im Kloster, das Ukraine-Flüchtlingen hilft, eskaliert die Gewalt: Ein Messerangriff endet tödlich – das Motiv gibt Rätsel auf.

24.09.2026, 14:06 Uhr

Bei einer Messerattacke in einem Benediktinerinnen-Kloster im polnischen Jaroslaw ist ein Mann getötet worden, vier weitere Menschen wurden schwer verletzt. Das teilte die örtliche Polizei mit. Ein 31-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen ukrainischen Staatsbürger, der in der Nacht aus Deutschland nach Polen eingereist sein soll.

Unter den Opfern sind den Ermittlern zufolge vier Männer und eine Frau. Bei drei der Männer soll es sich um Geistliche handeln. Alle Betroffenen wurden mit Stichverletzungen in Krankenhäuser gebracht, ein Opfer starb dort an seinen Verletzungen. Zwei weitere Verletzte schweben nach aktuellem Stand noch in Lebensgefahr. Nach Informationen des Senders TVN24 soll der Tote ein Geistlicher sein.

Priester im Beichtstuhl angegriffen

Nach bisherigen Erkenntnissen drang der Verdächtige am Morgen auf das Klostergelände ein. Laut Staatsanwaltschaft ging er zunächst in die Küche der Einrichtung und soll dort das Küchenmesser an sich genommen haben, das als mutmaßliche Tatwaffe gilt. Später griff er Menschen in der Kirche an – darunter einen Priester direkt im Beichtstuhl.

Die Ermittler erklärten zudem, der Mann habe sich nach seiner Einreise aus Deutschland zunächst zum Grenzübergang Korczowa an der polnisch-ukrainischen Grenze begeben, diese jedoch nicht überquert. Wie er anschließend auf das rund 35 Kilometer entfernte Klostergelände in Jaroslaw gelangte, ist bisher unklar. Zu Motiv und genauer Abfolge der Tat liegen weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Eine Augenzeugin berichtete TVN24, der mutmaßliche Täter habe kurz vor Beginn einer Messe plötzlich mehrere Geistliche angegriffen. Danach sei er in ein Café auf dem Klostergelände gelaufen und habe dort weitere Menschen attackiert.

Kloster unterstützt seit Jahren Flüchtlinge aus der Ukraine

Das Benediktinerinnen-Kloster in Jaroslaw, unweit der ukrainischen Grenze, hilft seit Jahren Kriegsflüchtlingen aus dem Nachbarland, die vor dem russischen Angriff nach Polen geflohen sind. Die Leiterin des Klosters sagte TVN24, sie empfinde die Tat als einen Angriff auf das Gute, das dort geleistet werde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen