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Bettwanzen-Alarm: Jetzt sogar in Berghütten

Unsichtbare Mitreisende auf Berghütten: So schleppen Gäste Bettwanzen nicht weiter – und holen sie nicht mit nach Hause.

30.05.2026, 04:30 Uhr

Bettwanzen breiten sich auch auf Alpenvereinshütten aus

Bettwanzen verstecken sich tagsüber in Spalten, Ritzen oder Matratzen und werden meist erst nachts aktiv. Lange Zeit galten sie in vielen Regionen als fast verschwunden, doch seit einigen Jahren nehmen die Fälle weltweit wieder zu. Besonders leicht verbreiten sich die Parasiten dort, wo viele unterschiedliche Menschen dieselben Schlafplätze nutzen – etwa in Hotels, Jugendherbergen oder Berghütten. Denn oft reisen die Tiere unbemerkt im Gepäck der Gäste weiter.

Auch auf den Hütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist das Problem bekannt. Nach Angaben des Verbands sind jedes Jahr etwa 15 bis 20 DAV-Hütten betroffen. Die Zahl nehme zu und entspreche damit der Entwicklung bei Unterkünften im Tal. Die DAV-Sektionen betreiben rund 325 Hütten mit insgesamt etwa 20.000 Schlafplätzen.

DAV empfiehlt Kontrollen und Schutzmaßnahmen

Der Alpenverein ruft Bergsportler dazu auf, mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen eine Ausbreitung zu erschweren. Empfohlen werden sorgfältige Kontrollen des Gepäcks vor und nach einer Tour sowie verschließbare Beutel für Rucksäcke und Kleidung.

Auf manchen Hütten dürfen Rucksäcke aus diesem Grund nicht mit in die Schlafräume genommen werden. Einige Wirtsleute setzen zudem auf Klebefallen, andere auf speziell ausgebildete Spürhunde, die die Schlafbereiche nach Bettwanzen absuchen.

Waschen, erhitzen oder einfrieren

Hüttenschlafsäcke und Kleidung sollten nach DAV-Empfehlung regelmäßig gewaschen werden – idealerweise bei 60 Grad, mindestens aber bei 40 Grad, jeweils im längsten Waschgang und mit ausreichend Waschmittel. Für Dinge, die nicht gewaschen werden können, kommen andere Methoden infrage: etwa drei Tage bei minus 18 Grad einfrieren oder eine Wärmebehandlung im Backofen bei mindestens 55 Grad. Unterwegs auf einer Hüttentour lässt sich das allerdings kaum umsetzen.

Bettwanzen
Eine Bettwanze in einer Glasröhre. (Archivbild) Quelle: Sina Schuldt/dpa

Mehr Gäste, mehr Risiko

Der Bergsport erlebt weiterhin großen Zulauf, und mehrtägige Touren von Hütte zu Hütte werden immer beliebter. Entsprechend steigen auch die Übernachtungszahlen seit Jahren. Im Jahr 2024 wurden auf den DAV-Hütten mehr als 900.000 Übernachtungen gezählt.

Als besonders problematisch gilt dabei der Hüttenschlafsack, in dem sich Bettwanzen leicht festsetzen können. Auch Kleidung, die während einer Tour kaum gewaschen wird, trägt dazu bei, dass die Tiere von Unterkunft zu Unterkunft weiterverbreitet werden.

Bettwanzen sind etwa so groß wie Marienkäfer, haben einen ovalen, braunen Körper und ernähren sich von Blut. Ihre Stiche verursachen meist Juckreiz, gelten aber nicht als gefährlich. Nach bisherigem Kenntnisstand übertragen sie keine Krankheiten auf Menschen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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