Fast 66 Jahre alter Mordfall in Chicago aufgeklärt
Nahezu 66 Jahre nach der Entführung und Tötung eines achtjährigen Mädchens in Chicago ist der Fall nach Angaben der US-Behörden gelöst worden. Ausschlaggebend waren moderne DNA-Untersuchungen, die zum Zeitpunkt der Tat noch nicht zur Verfügung standen. US-Medien berichten unter Berufung auf Ermittler, dass ein damaliger Polizeibeamter als Täter identifiziert wurde.
Das Mädchen war am Samstag, dem 12. November 1960, zu Fuß auf dem Weg zur Kirche, berichtete die Chicago Tribune. Dort kam es jedoch nie an. Einige Stunden später fand ein Lieferfahrer die Leiche des Kindes in einem Graben außerhalb der Metropole. Laut Bericht war das Mädchen durch zwei Schüsse in den Kopf getötet worden.
Spuren blieben jahrzehntelang ohne Treffer
Am Tatort sicherten die Ermittler unter anderem eine Patronenhülse sowie Fingerabdrücke auf dem Riemen der Handtasche und auf der Bibel des Opfers. Damals konnten diese Spuren jedoch keiner Person zugeordnet werden. Trotz vieler Vernehmungen und ballistischer Untersuchungen blieb das Verbrechen ungelöst und wurde zu einem sogenannten Cold Case.
Den entscheidenden Fortschritt brachte den Berichten zufolge ein DNA-Abgleich im Sommer dieses Jahres mit Unterstützung des FBI. So konnten die Ermittler die gesicherten Spuren einem Mann zuordnen, der damals Polizist in Chicago war und später als Mordermittler arbeitete. Zur Tatzeit war er 24 Jahre alt und wohnte in der Nähe des Mädchens.
Verdächtiger starb bereits 2006
Vor Gericht musste sich der Mann nie verantworten. Nach Informationen von NBC News starb er bereits 2006 im Alter von 70 Jahren in Las Vegas, wohin er nach seiner Pensionierung gezogen war.
Der Bruder des getöteten Mädchens sagte der Chicago Tribune, ihn beschäftige vor allem der Gedanke, dass der Mann bis zu seinem Tod ein unauffälliges Leben führen konnte. Für seine Tat habe er nie büßen müssen. Nun könne man nur noch hoffen, dass er sich dafür vor Gott verantworten müsse.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber