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Dieser blaue Mini-Oktopus vor Galápagos verblüfft

Forscher staunen über einen Fund aus der Pazifik-Tiefsee: ein winziger, leuchtend blauer Oktopus so groß wie ein Golfball.

25.05.2026, 09:28 Uhr

Wissenschaftler haben in der Tiefsee vor den Galápagos-Inseln eine bemerkenswerte neue Tierart entdeckt: einen winzigen blauen Oktopus, der nur etwa so groß wie ein Golfball ist. Im Fachjournal Zootaxa wird die bislang unbekannte Spezies unter dem Namen Microeledone galapagensis beschrieben.

Die Entdeckung geht auf eine Tiefsee-Expedition aus dem Jahr 2015 zurück. Nahe der Isla Darwin im äußersten Nordwesten des Galápagos-Archipels untersuchte ein Forschungsschiff den Meeresboden mit einem ferngesteuerten Unterwasserroboter (ROV). In rund 1.773 Metern Tiefe filmte die Kamera an einem Unterwasserberg den kleinen Kraken.

„Ich hatte so etwas noch nie gesehen“

Die Begeisterung an Bord ist in den Videoaufnahmen der Mission festgehalten. Die Wissenschaftler reagierten spontan mit Bemerkungen wie „Er ist winzig“ und „Er ist blau“. Während der Expedition wurden zwei weitere Exemplare beobachtet, ein weibliches Tier wurde für genauere Untersuchungen eingefangen.

Janet Voight, Tintenfisch-Expertin am Field Museum in Chicago und Hauptautorin der Studie, erkannte sofort, dass es sich um einen außergewöhnlichen Fund handelt. „Ich hatte so etwas noch nie gesehen“, sagte sie. Die Oktopusse besitzen kurze Arme, die rund drei bis vier Zentimeter lang sind und jeweils etwa 30 Saugnäpfe tragen.

Artbeschreibung ohne das Tier zu töten

Weil dem Forschungsteam nur ein einziges gefangenes Exemplar der neuen Art zur Verfügung stand, war die wissenschaftliche Beschreibung besonders anspruchsvoll. Für eine klassische Bestimmung müssen normalerweise Merkmale wie Mundwerkzeuge und innere Organe untersucht werden – dafür hätte das Tier aufgeschnitten werden müssen.

Um das zu vermeiden, setzten Voight und Stephanie Smith, Leiterin des CT-Labors am Field Museum, auf hochauflösende Mikro-Computertomographie. Dabei entstanden tausende Röntgen-Schnittbilder, die digital zu einem präzisen 3D-Modell zusammengesetzt wurden.

So ließen sich selbst feinste Strukturen der inneren Organe und des Mundbereichs sichtbar machen, ohne dem empfindlichen Weichtier zu schaden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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