Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April im Vergleich zum Vormonat um 13.000 gesunken. Mit 3,008 Millionen Betroffenen blieb sie jedoch weiter über der Marke von drei Millionen. Gegenüber April 2025 entspricht das einem Anstieg um 77.000, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verharrte im Vergleich zum März bei 6,4 Prozent. Im April 2025 hatte sie noch bei 6,3 Prozent gelegen.
Keine Trendumkehr auf dem Arbeitsmarkt
Trotz des Frühjahrsbeginns ist nach Einschätzung der Bundesagentur keine Wende am Arbeitsmarkt erkennbar. Behördenchefin Andrea Nahles sagte in Nürnberg, eine Trendumkehr sei weiterhin nicht in Sicht. Die saisonale Belebung falle auch im April nur schwach aus.
Zum Vergleich: Im April 2025 war die Zahl der Arbeitslosen noch um 36.000 gesunken. Schon damals war die Frühjahrsbelebung als eher schwach bewertet worden. Für die aktuelle Statistik wurden Daten berücksichtigt, die bis zum 13. April vorlagen.
Nachfrage nach Arbeitskräften stabilisiert sich
Bei den gemeldeten offenen Stellen zeigt sich zumindest keine weitere deutliche Verschlechterung. Im April waren bei den Arbeitsagenturen 641.000 offene Stellen registriert. Das sind 5.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stabilisiert sich damit auf niedrigem Niveau.
Mehr als eine Million Menschen erhalten Arbeitslosengeld
Nach Angaben der Nürnberger Statistiker bezogen im April 1,07 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld. Das waren 93.000 mehr als im Vorjahresmonat.
Zugleich erhielten 3,826 Millionen erwerbsfähige Menschen Bürgergeld. Das sind 125.000 weniger als vor einem Jahr. Bürgergeld bekommen nicht nur Menschen ohne Arbeit, sondern auch Beschäftigte, deren Einkommen nicht zum Leben reicht und deshalb aufgestockt werden muss.
Viele freie Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Platz
Auch am Ausbildungsmarkt bleibt die Lage angespannt. Noch immer sind 211.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz oder andere Alternative. Gleichzeitig waren von 380.000 gemeldeten Lehrstellen noch 217.000 unbesetzt.
Dass viele Stellen trotzdem frei bleiben, liegt laut Bundesagentur häufig daran, dass Bewerberinnen und Bewerber entweder zu weit entfernt wohnen oder die geforderten Qualifikationen nicht erfüllen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion