Deutsche Elektro- und Digitalindustrie startet stark ins zweite Halbjahr
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im Juli beim Export deutlich zugelegt. Nach Angaben des Branchenverbands ZVEI wurden Waren im Wert von 23,5 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Das entspricht einem Anstieg von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit habe die Branche ihr bereits starkes Wachstum aus dem ersten Halbjahr unterm Strich sogar nochmals etwas gesteigert, erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.
In den Monaten Januar bis Juli 2026 beliefen sich die gesamten Ausfuhren auf 162,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres ergibt sich daraus ein Plus von 9,7 Prozent.
Besonders stark trug der Handel mit den Ländern der Europäischen Union zum Exportzuwachs bei. Laut ZVEI entfallen fast 90 Prozent des Wachstums auf das Geschäft innerhalb der EU. Gontermann betonte, dass vor allem der gemeinsame Binnenmarkt die Ausfuhren der Branche in diesem Jahr antreibe. In den ersten sieben Monaten gingen Elektro- und Digitalgüter im Wert von 90,1 Milliarden Euro in die EU – ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
US-Geschäft im Aufwind – China bleibt schwierig
Auch außerhalb der EU entwickelten sich die Geschäfte zuletzt in vielen Märkten positiv. Vor allem in den USA legten die Exporte im Juli trotz bestehender Zollschranken deutlich zu. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten erreichten 2,7 Milliarden Euro und lagen damit um 23,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.
Weniger erfreulich bleibt dagegen das Geschäft mit China. Dort gingen die Exporte erneut zurück. Im Juli beliefen sie sich auf 1,8 Milliarden Euro, was einem Minus von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während sich die Ausfuhren in die USA laut Gontermann durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz sowie durch inzwischen statistisch weitgehend herausgewachsene Zoll-Sondereffekte erholen, entwickelt sich das China-Geschäft weiterhin schwach.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber