Wacker Chemie dürfte nach dem schweren Einbruch im Jahr 2025 in diesem Jahr wieder profitabel werden. Ausschlaggebend sind dabei vor allem der Verkauf von Aktien sowie geringere Belastungen bei den Pensionen. Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern nach eigenen Angaben einen Nettogewinn von 365 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust angefallen war.
Der Schritt zurück in die schwarzen Zahlen ist allerdings nicht auf ein deutlich stärkeres Tagesgeschäft zurückzuführen. So veräußerte Wacker im Mai ein größeres Aktienpaket am Wafer-Hersteller Siltronic für 188 Millionen Euro. Hinzu kamen um fast 37 Millionen Euro reduzierte Pensionsrückstellungen. Auch höhere Preise und laufende Sparmaßnahmen wirkten sich positiv aus.
Prognose angehoben
Durch diese Sondereffekte hält der Vorstand nun ein positives Jahresergebnis für erreichbar. Im Jahr 2025 hatte Wacker noch einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro verbucht. Jetzt wurde der Ausblick verbessert: Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rechnet das Unternehmen nun mit 625 bis 750 Millionen Euro. Zuvor hatte die Prognose bei 550 bis 700 Millionen Euro gelegen.
Schwaches Umfeld belastet weiter
Wacker Chemie bezeichnet sich als führenden Produzenten von hochreinem Polysilizium, einem wichtigen Ausgangsstoff für Computerchips. Darüber hinaus stellt der Konzern Silikone her, aus denen unter anderem Harze und Öle entstehen, sowie Polymere, die etwa für Lacke und Klebstoffe benötigt werden.
Im Kerngeschäft bleibt die Lage jedoch angespannt. Der Umsatz legte im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres nur leicht zu und stieg von knapp unter auf etwas mehr als 2,9 Milliarden Euro. Konzernchef Christian Hartel verwies auf weiterhin schwache Bestellungen aus wichtigen Kundenbranchen wie Autoindustrie und Bauwirtschaft. Eine echte Belebung der Nachfrage sei derzeit nicht erkennbar.
Sparprogramm läuft, Stellen werden abgebaut
Nach den hohen Verlusten im vergangenen Jahr hatte Wacker ein umfassendes Sparpaket gestartet, das auch den Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen vorsieht. Nach Angaben von Hartel zeigen die Maßnahmen bereits Wirkung. Langfristig sollen die Kosten um 300 Millionen Euro pro Jahr sinken. Zum 30. Juni beschäftigte der Konzern weltweit 16.084 Menschen und damit 640 weniger als ein Jahr zuvor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber