Wirtschaft

Ifo warnt: Deutscher Industrie geht Material aus

Nahost-Konflikt trifft Deutschlands Fabriken härter als gedacht: Warum Chemie- und Kunststofffirmen jetzt Alarm schlagen.

30.04.2026, 08:03 Uhr

Deutsche Industrieunternehmen bekommen infolge des Kriegs mit dem Iran zunehmend Probleme bei der Materialbeschaffung. Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts meldeten im April 13,8 Prozent der Firmen Engpässe bei Vorprodukten. Im Januar hatte dieser Wert noch bei 5,8 Prozent gelegen.

„Die Lieferketten stehen merklich unter Druck“, erklärte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Vor allem der Konflikt im Nahen Osten und die Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus belasteten zunehmend die Versorgung der Industrie.

Besonders betroffen sind demnach Branchen, die in hohem Maß auf ölbasierte und energieintensive Vorprodukte angewiesen sind. In der chemischen Industrie berichteten 31,1 Prozent der Unternehmen von Materialmangel.

Straße von Hormus als Engpass im Welthandel

Auch bei den Produzenten von Gummi- und Kunststoffwaren nahm der Anteil der betroffenen Firmen deutlich zu und lag bei 22,9 Prozent. Ebenso spüren laut Ifo der Maschinenbau, die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sowie die Autoindustrie die Folgen der Knappheit.

Wohlrabe betonte, die aktuellen Entwicklungen machten deutlich, wie abhängig die deutsche Industrie von internationalen Rohstoff- und Energielieferungen sei. Durch die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert. Wegen des Iran-Kriegs ist die wichtige Meerenge seit Wochen weitgehend blockiert.

Nach Einschätzung des Ifo können sich Störungen dort besonders bei petrochemischen Vorprodukten rasch auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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