Die US-Börsenaufsicht SEC und Elon Musk haben sich im Streit um seine Twitter-Aktienkäufe auf einen Vergleich geeinigt. Nach den eingereichten Unterlagen soll der Tech-Unternehmer 1,5 Millionen US-Dollar zahlen. Die zuständige Richterin muss der Vereinbarung noch zustimmen. Damit liegt die Summe weit unter den rund 150 Millionen Dollar, die Musk nach Ansicht der SEC durch verspätete Offenlegung eingespart haben soll.
Vorwurf der verspäteten Meldung
Die SEC hatte Musk Anfang 2025 verklagt. Der Kern des Falls: Beim Kauf von Twitter-Aktien im Jahr 2022 habe er nicht rechtzeitig publik gemacht, dass sein Anteil die Schwelle von fünf Prozent überschritten hatte. Nach Auffassung der Behörde konnte er dadurch weitere Aktien zu günstigeren Kursen erwerben.
SEC sieht Nachteile für andere Anleger
Aus Sicht der Aufseher führte die verspätete Pflichtmitteilung dazu, dass Musk beim Ausbau seiner Beteiligung mehr als 150 Millionen Dollar sparte. Anleger, die ihm in diesem Zeitraum Aktien verkauften, seien dadurch benachteiligt worden. Ursprünglich hatte die SEC verlangt, dass Musk diesen Betrag zurückzahlt und zusätzlich eine Strafzahlung leistet. Musks Anwälte erklärten, bei einem früheren Vergleich habe die Behörde sogar 200 Millionen Dollar gefordert.
Gericht ließ Klage weiterlaufen
Ein Versuch Musks, das Verfahren bereits im Februar stoppen zu lassen, blieb erfolglos. Seine Anwälte argumentierten unter anderem, die SEC gehe selektiv gegen ihn vor und verletze mit der Klage seine Rechte auf freie Meinungsäußerung. Richterin Sparkle Sooknanan sah dafür jedoch keine ausreichende Grundlage und wies den Antrag ab.
Frist um elf Tage verpasst
Musk hatte Anfang 2022 begonnen, in großem Stil Twitter-Aktien zu kaufen. Laut SEC erreichte seine Beteiligung am 14. März 2022 die Marke von fünf Prozent. Nach US-Vorschriften hätte er das innerhalb von zehn Kalendertagen offenlegen müssen. Öffentlich machte er seine Position aber erst am 4. April. Zu diesem Zeitpunkt hielt er bereits neun Prozent. Nach Bekanntwerden der Beteiligung stieg der Twitter-Kurs nach Angaben der SEC um 27 Prozent.
Aus Twitter wurde später X
Für die Übernahme von Twitter, die im Oktober 2022 abgeschlossen wurde, zahlte Musk insgesamt rund 44 Milliarden Dollar. Einen großen Teil finanzierte er durch den Verkauf von Tesla-Aktien. Zusätzlich nahm er Kredite in Höhe von etwa zwölf Milliarden Dollar auf. Später benannte er die Plattform in X um.
Musk zählt dank seiner Beteiligungen an Tesla und SpaceX weiterhin zu den reichsten Menschen der Welt. Bloomberg schätzt sein Vermögen derzeit auf rund 657 Milliarden Dollar.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion