Einzelhandel legt im ersten Halbjahr trotz Konsumzurückhaltung zu
Der deutsche Einzelhandel hat die ersten sechs Monate des Jahres trotz vorsichtiger Verbraucher mit einem Umsatzplus beendet. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, lagen die Erlöse von Januar bis Juni 2026 preisbereinigt um 0,7 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Einschließlich der Preissteigerungen ergab sich ein Zuwachs von 2,2 Prozent.
Nachdem die Umsätze im Mai noch angezogen hatten und nach jüngsten Berechnungen real um 1,2 Prozent zulegten, kam es im Juni wieder zu einem Dämpfer. Gegenüber Mai 2026 gingen die Einnahmen nach Angaben der Wiesbadener Behörde real um 1,1 Prozent und nominal um 1,2 Prozent zurück.
Inflation belastet die Konsumlaune
Insgesamt zeigte sich der private Konsum in den vergangenen Monaten eher schwach. Zwar wirkten der Tankrabatt in Mai und Juni sowie andere Entlastungen zeitweise bremsend auf die Preisentwicklung. Dennoch blieb die Inflation oberhalb der Marke von zwei Prozent und sprang im Juli wieder deutlich auf 2,8 Prozent. Steigende Preise verringern die Kaufkraft, weil Verbraucher für denselben Betrag weniger Waren erwerben können.
Auch aus der Branche selbst kommen zurückhaltende Signale. Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts bewerteten 54 Prozent der Einzelhändler die Nachfrage im Juli als zu gering. Zwar hellten sich die Erwartungen zum dritten Mal in Folge etwas auf, insgesamt dominiert aber weiterhin Skepsis. Ifo-Experte Patrick Höppner erklärte, die Stimmung im Handel liege noch immer unter dem Niveau vor der Zuspitzung des Konflikts im Iran Ende Februar. Viele Unternehmen blickten deshalb mit Vorsicht auf den weiteren Jahresverlauf.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber