Wirtschaft

Postbank: Verdi legt noch mehr lahm

Droht der nächste Postbank-Stillstand? Verdi erhöht den Druck – ausgerechnet bei der Deutschen-Bank-Hauptversammlung.

26.05.2026, 12:26 Uhr

Postbank-Kundinnen und -Kunden müssen sich wegen neuer Warnstreiks erneut auf Beeinträchtigungen einstellen. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt bei den zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Beschäftigten. Die Gewerkschaft Verdi hat deshalb für die kommenden Tage eine Ausweitung der Arbeitsniederlegungen angekündigt.

Bereits an diesem Mittwoch, dem 27. Mai, soll zunächst das Backoffice betroffen sein, wo unter anderem der Zahlungsverkehr bearbeitet wird. Von Donnerstag, 28. Mai, bis Samstag, 30. Mai, ruft Verdi dann bundesweit die Beschäftigten in den Postbank-Filialen und den Callcentern zum Streik auf.

Zusätzlich will die Gewerkschaft die Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag für Proteste nutzen. Auf dem Frankfurter Messegelände ist eine Demonstration geplant, mit der Verdi den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen möchte.

Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck erklärte, viele Beschäftigte hätten kein Verständnis dafür, dass die Deutsche Bank hohe Gewinne verzeichne, während in der Tarifrunde ein realer Kaufkraftverlust hingenommen werden solle und vor allem die Aktionäre profitierten.

Die Gewerkschaft fordert für rund 9.000 Postbank-Beschäftigte eine Lohnerhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro im Monat. Auszubildende sollen monatlich 200 Euro mehr erhalten. Darüber hinaus verlangt Verdi Zusagen zum Schutz von Arbeitsplätzen und Standorten sowie einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildung, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz. Die dritte Tarifrunde ist für den 15. Juni in Frankfurt angesetzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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