Novo Nordisk will Diabetes-Medikamente für junge Patienten ausweiten
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will wichtige Diabetes-Präparate künftig auch für Kinder und Jugendliche mit Typ-2-Diabetes zulassen lassen. Die Anträge zur Ausweitung der Zulassung für Ozempic und Rybelsus sollen nach Angaben des Unternehmens aus Bagsvaerd in der zweiten Jahreshälfte sowohl in den USA als auch in der EU eingereicht werden.
Grundlage sind Ergebnisse einer fortgeschrittenen Phase-3-Studie mit dem Wirkstoff Semaglutid, der in beiden Medikamenten enthalten ist. Demnach führte der oral eingenommene Wirkstoff bei 10- bis 17-Jährigen nach 26 Wochen im Vergleich zu einem Placebo zu einer statistisch signifikant stärkeren Senkung eines Blutzuckerwerts. Zudem sei das Mittel insgesamt gut vertragen worden.
Nach Darstellung von Novo Nordisk wurde damit erstmals ein oral verabreichtes, auf dem Darmhormon GLP-1 basierendes Medikament bei jüngeren Patienten untersucht. Gerade in dieser Altersgruppe gebe es bislang nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten.
Hype um Diabetes- und Abnehmmittel
Der Markt für Diabetes- und Abnehmpräparate wächst seit Jahren stark. Ozempic ist zwar eigentlich für die Behandlung von Diabetes bei Erwachsenen gedacht, wird aber auch als Mittel zur Gewichtsreduktion stark nachgefragt.
Novo Nordisk, früher klarer Marktführer in diesem Bereich, ist zuletzt jedoch stärker unter Druck geraten. Konkurrent Eli Lilly konnte aufholen. Zudem kamen in den USA über regulatorische Schlupflöcher günstigere Kopien von Abnehmmedikamenten durch Apotheken und andere Anbieter auf den Markt. Branchenbeobachter sehen deshalb neue Darreichungsformen wie Tabletten und die Erschließung zusätzlicher Patientengruppen als wichtige Faktoren im Wettbewerb.
Auch an der Börse steht das Unternehmen weiter unter Beobachtung: Die Aktie ist seit längerem belastet. Im Herbst hatte Novo Nordisk den Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt. Für 2026 rechnet der Konzern zudem mit sinkenden Umsätzen – das wäre der erste Rückgang seit fast einem Jahrzehnt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion