Boris Becker hat Alexander Zverev nach dessen erneut deutlicher Niederlage gegen Jannik Sinner mangelnde Entschlossenheit vorgeworfen. Im Podcast mit Ex-Tennisspielerin Andrea Petkovic sagte der frühere Wimbledon-Sieger, er wünsche sich von Zverev mehr Einsatzwillen und mehr Aggressivität. Sein Eindruck sei, dass sich viele Spieler – auch Zverev – gegen den Weltranglistenersten früh mit der Niederlage abfinden. Eine Ausnahme sei für ihn Carlos Alcaraz. Viele gingen gehemmt und beinahe ängstlich in solche Partien.
Im Endspiel des Masters in Madrid hatte Zverev am Sonntag klar mit 1:6, 2:6 gegen Sinner verloren. Für den Deutschen war es im direkten Vergleich bereits die neunte Niederlage nacheinander. Becker urteilte, die Begegnung sei praktisch schon nach wenigen Spielen entschieden gewesen. Er habe nicht das Gefühl gehabt, dass Zverev noch wirklich an eine Wende geglaubt habe.
Becker rätselt über Zverevs Leistung in großen Spielen
Zverev steht derzeit auf Rang drei der Weltrangliste und präsentiert sich insgesamt in starker Form. Bei den Australian Open sowie bei den Masters-Events in Indian Wells, Miami und Monte Carlo war jeweils erst im Halbfinale gegen Sinner Endstation.
Becker zeigte sich dennoch verwundert. Gerade auf Sand habe er Zverev eigentlich auf Augenhöhe mit Sinner gesehen. Im Moment wirke es jedoch nicht so. Offenbar gelinge es dem Deutschen in Halbfinals und Finals nicht, seine volle Qualität und sein Leistungslimit abzurufen. Gleichzeitig lobte Becker Zverevs Saisonverlauf und bezeichnete dieses Jahr als dessen bislang konstantestes.
Gute Aussichten für Paris
Für die French Open rechnet Becker Zverev trotzdem erneut gute Chancen aus. Durch das verletzungsbedingte Fehlen von Carlos Alcaraz sei das Feld offener geworden. Aus Beckers Sicht seien die Voraussetzungen für Roland Garros dadurch komplett verändert, sodass mehrere Profis realistische Möglichkeiten auf das Finale oder sogar den Titel hätten – darunter auch Zverev.
Das Grand-Slam-Turnier in Paris beginnt Ende Mai. Zunächst schlägt Zverev in dieser Woche beim Masters in Rom auf. Dort könnte es in der zweiten Runde zu einem deutschen Duell mit Daniel Altmaier kommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion