Wirtschaft

Audi-Gewinne im freien Fall

Audi rutscht tiefer: Schon zum vierten Mal sinkt der Quartalsgewinn – jetzt warnt der Finanzchef vor akutem Handlungsdruck.

05.05.2026, 09:00 Uhr

Audi verdient erneut weniger

Audi hat im ersten Quartal erneut einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der zum VW-Konzern gehörende Hersteller erzielte nach Steuern 559 Millionen Euro und damit gut 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Es ist bereits das vierte Mal in Folge, dass der Gewinn in einem ersten Quartal sinkt. Zum Vergleich: In den ersten drei Monaten 2022 hatte Audi noch 2,9 Milliarden Euro nach Steuern verdient.

Belastend wirkten zuletzt unter anderem die US-Zölle. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger bezifferte die Auswirkungen auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Welche Folgen die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben könnten, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Ohne die Zollbelastung hätte Audi im ersten Quartal beim operativen Ergebnis vor Steuern nach eigenen Angaben sogar zulegen können.

Schwaches Geschäft in China

Ein weiteres Problem bleibt der chinesische Markt. Dort fiel der Ergebnisbeitrag deutlich geringer aus: Das im Finanzergebnis verbuchte China-Geschäft brachte nur noch 28 Millionen Euro ein, nachdem es vor einem Jahr noch 170 Millionen Euro gewesen waren.

Audi leidet dort wie andere deutsche Autobauer unter dem intensiven Wettbewerb. Hinzu kommt, dass weggefallene Förderungen für Elektroautos die Nachfrage gebremst haben. Außerdem machte sich laut Rittersberger der Modellwechsel beim wichtigen A6 bemerkbar. Im Verlauf des Jahres rechnet das Unternehmen hier jedoch mit einer Verbesserung.

Dazu beitragen soll auch die eigens für China entwickelte neue Wortmarke ohne die bekannten vier Ringe. Im Laufe des Jahres soll unter diesem Label das zweite Modell auf den Markt kommen.

Auch der Umsatz geht zurück

Nicht nur beim Gewinn, auch beim Umsatz musste Audi Einbußen hinnehmen. Die Erlöse sanken von 15,4 Milliarden auf 14,2 Milliarden Euro. Die Angaben beziehen sich auf den gesamten Audi-Konzern, zu dem neben der Kernmarke auch Bentley und Lamborghini zählen.

Sparen und effizienter werden

Rittersberger sprach von einem deutlichen Handlungsbedarf. Die Entwicklung der Ergebnisse zeige klar, dass Audi erheblich unter Druck stehe. Deshalb werde der Konzern seine Programme zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung weiter vorantreiben. Auch im gesamten VW-Konzern läuft derzeit eine Debatte darüber, wo zusätzlich gespart werden kann.

Zwar werde fortlaufend geprüft, an welchen Stellen noch Einsparungen möglich seien, sagte Rittersberger. Zugleich betonte er, Audi habe bereits sehr viele Maßnahmen umgesetzt. Zum Werk in Neckarsulm, um das es zuletzt Spekulationen gegeben hatte, erklärte er, der Standort sei für Audi von zentraler Bedeutung. Das Werk sei modern, gut aufgestellt und ausgelastet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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