Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB hat nach eigenen Angaben einen Auftrag der Europäischen Union im Wert von rund einer Milliarde Euro erhalten. Der Konzern soll 18 Satelliten für das europäische Kommunikationsprogramm „Iris²“ bauen. Der Start der ersten Einheiten ist für 2029 vorgesehen.
Mit „Iris²“ will Europa ein eigenes Satellitensystem aufbauen, das als Gegenstück zum US-Netzwerk Starlink gelten kann. Ziel ist es, Behörden, Streitkräften, Unternehmen und Privatnutzern eine schnelle und geschützte Kommunikation bereitzustellen.
Geplant ist ein Gesamtsystem aus 348 Satelliten, die in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen eingesetzt werden. OHB übernimmt dabei den Bau von 18 Satelliten für die mittlere Umlaufbahn.
Das Vorhaben gilt als das dritte große Raumfahrtprojekt der EU nach dem Navigationssystem „Galileo“ und dem Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. OHB-Chef Marco Fuchs bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt hin zu mehr europäischer Unabhängigkeit. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt sei eine eigene Kommunikationsinfrastruktur von zentraler Bedeutung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber