Wirtschaft

Klau-Schock im Handel: Milliarden futsch wie nie

Alkohol, Kaffee, Klingen: Was jetzt massenhaft aus Läden verschwindet – Diebstahlschäden steigen zum 4. Mal in Folge.

23.06.2026, 04:00 Uhr

Diebstahlschäden im Handel auf Rekordniveau

Die Verluste durch Diebstahl im deutschen Einzelhandel sind 2025 auf den höchsten bislang erfassten Stand gestiegen. Nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI wurden Waren im Wert von mehr als 4,3 Milliarden Euro entwendet. Das entspricht einem Zuwachs von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erhöht sich die Schadenssumme bereits im vierten Jahr in Folge.

Den größten Anteil machte mit rund 3,05 Milliarden Euro der Diebstahl durch Kundinnen und Kunden aus. Etwa ein Drittel dieser Summe soll auf das Konto organisierter Tätergruppen gehen. Schäden durch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handelsunternehmen beliefen sich auf 910 Millionen Euro. Weitere 370 Millionen Euro wurden laut Studie durch Beschäftigte von Lieferanten und Dienstleistern verursacht, darunter etwa Handwerker oder Reinigungskräfte.

Seit 2020 haben die Diebstahlsschäden insgesamt um knapp 29 Prozent zugenommen. Beim Kundendiebstahl fiel der Anstieg mit gut 41 Prozent noch deutlicher aus. Als ein möglicher Grund gilt die hohe Inflation: Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um mehr als 20 Prozent, Lebensmittel verteuerten sich sogar um rund 35 Prozent.

Branche fordert härteres Vorgehen

EHI-Experte Frank Horst sieht vor allem den Kampf gegen organisierten und gewerbsmäßigen Diebstahl als größte Herausforderung. Zugleich bezeichnete er auch die Zunahme beim gewöhnlichen Ladendiebstahl als besorgniserregend.

Der Handelsverband Deutschland drängt deshalb auf eine strengere Verfolgung von Ladendiebstählen. Zudem fordert der Verband eine bessere personelle und technische Ausstattung von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten.

Für die Untersuchung befragte das EHI 103 Unternehmen mit zusammen 21.225 Filialen. Die teilnehmenden Firmen schätzten, wie sich die Verluste auf Kundschaft, Beschäftigte und weitere Verursacher verteilen. Auf dieser Grundlage wurden die Ergebnisse auf den gesamten deutschen Einzelhandel hochgerechnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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