Viele junge Menschen interessieren sich für die Selbstständigkeit
Rund 40 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland können sich grundsätzlich vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das geht aus einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor. Tatsächlich umgesetzt haben diesen Schritt jedoch nur 3 Prozent der im April 2026 repräsentativ befragten 14- bis 25-Jährigen. Knapp 10 Prozent planen fest, sich spätestens bis zum 30. Lebensjahr selbstständig zu machen. Für 29 Prozent kommt eine Gründung dagegen nicht infrage.
Die Stiftung sieht deshalb Handlungsbedarf beim Abbau von Hürden. Als häufigsten Grund gegen eine Gründung nannten 61 Prozent der Befragten den Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz im Angestelltenverhältnis. 48 Prozent gaben an, ihnen fehle das nötige Wissen. Für 39 Prozent ist der erwartete Stress einer selbstständigen Tätigkeit ein Abschreckungsfaktor. Etwas mehr als jeder Zehnte sieht im fehlenden passenden Geschäftspartner ein Problem. Jeweils 9 Prozent nannten mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder fehlendes Startkapital.
Etwas positiver fällt der Blick auf Daten des Global Entrepreneurship Monitor 2025/2026 aus, auf den sich die Autoren ebenfalls beziehen. Demnach ist der Anteil junger Gründerinnen und Gründer im Alter von 18 bis 24 Jahren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während 2024 noch 13 Prozent dieser Altersgruppe unternehmerisch aktiv waren, lag der Wert 2025 bereits bei mehr als 23 Prozent. Der Monitor wird vom RKW Kompetenzzentrum in Eschborn herausgegeben und vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt.
Ivo Andrade, Experte der Bertelsmann Stiftung für Jugend und Wirtschaft, bewertet das Interesse junger Menschen an Unternehmensgründungen positiv. Neue Firmen brächten oft innovative Ideen hervor, schafften Arbeitsplätze und stärkten die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage seien solche Impulse besonders wichtig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber