Bayern

Ferien-Bilanz: Bayerns Autobahnen im Stau-Chaos

Wegen der vielen Baustellen explodieren Bayerns Stauzeiten – warum Autofahrer jetzt besonders viel Geduld brauchen.

15.09.2026, 04:00 Uhr

Die Sommerferien haben Autofahrer auf Bayerns Autobahnen erneut viel Geduld gekostet. Nach Angaben des ADAC Südbayern gab es im Freistaat mehr Staus als im Vorjahr, zudem dauerten sie deutlich länger. Als wichtiger Grund gilt die spürbar gestiegene Zahl an Baustellen.

Zwischen dem 31. Juli und dem vergangenen Wochenende wurden auf bayerischen Autobahnen insgesamt 12.845 Staus erfasst. Zusammengenommen kamen sie auf 21.704 Kilometer. Damit lag die Zahl der Staus um 650 höher als 2025, die Gesamtlänge stieg um 1.412 Kilometer.

Noch stärker fiel der Anstieg bei der Dauer aus. Der Verkehrsclub zählte 12.242 Stunden Stau, was rund 510 Tagen entspricht. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es noch 9.551 Stunden. Dabei geht es um die gesamte Zeit, in der Staus bestanden – nicht um die individuelle Fahrzeit durch den stockenden Verkehr.

Baustellen als wichtiger Auslöser

Nach Einschätzung des ADAC Südbayern waren vor allem die zahlreichen Baustellen für die Zunahme verantwortlich. Im Durchschnitt wurden 228 Baustellen registriert, also etwa ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Besonders bei der Staudauer mache sich das bemerkbar, hieß es. Während sich Staus nach Unfällen oder wegen hohem Verkehrsaufkommen oft schneller auflösen, bleiben Behinderungen an Baustellen häufig über längere Zeit bestehen.

Als besonders stauanfällig erwiesen sich die Bauarbeiten auf der A3 zwischen Deggendorf und Passau sowie eine Brückenbaustelle auf der A8 bei Frasdorf.

ADAC-Verkehrsexperte Alexander Kreipl betonte, Baustellen seien grundsätzlich auch positiv zu sehen, weil dort wichtige Investitionen in die Infrastruktur umgesetzt würden. Für Reisende sei der Stillstand zwar ärgerlich, dennoch müsse die Modernisierung der Straßen konsequent fortgeführt werden, da sie wesentlich zur Verkehrssicherheit beitrage.

Erstes Ferienwochenende besonders belastet

Am stärksten war die Lage laut Auswertung gleich zum Auftakt der Ferien angespannt. Vom Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 2. August, wurden 925 Staus mit einer Gesamtlänge von 1.955 Kilometern und einer Dauer von 1.031 Stunden gezählt.

In diesem Zeitraum entstand auch der längste Stau des gesamten Ferienverkehrs. Auf der A3 zwischen Schwarzach und Passau-Mitte standen Urlauber ab Freitag, 20 Uhr, bis in die frühen Stunden des Samstags im stockenden Verkehr. Die maximale Länge betrug 32 Kilometer.

Diese Autobahnen waren besonders betroffen

Regional konzentrierten sich die Behinderungen vor allem auf die bekannten Problemstrecken. Die A8 verzeichnete 2.449 Staus mit zusammen 3.992 Kilometern. Auf der A3 wurden 2.370 Staus mit einer Gesamtlänge von 4.915 Kilometern registriert. Auch auf A7 und A9 kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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