Ein lückenloser Schutz der Stromnetze vor Angriffen ist aus Sicht von Eon-Chef Leonhard Birnbaum nicht erreichbar. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärte er, man könne die Anlagen zwar besser absichern, jedoch nie völlig unangreifbar machen.
Birnbaum betonte, entscheidend sei es, Angriffe zu erschweren und zugleich die Fähigkeit zu verbessern, Schäden nach einem Vorfall möglichst schnell zu beheben. Vollständig verhindern lasse sich so etwas aber nicht.
Eon betreibt das größte Stromverteilnetz in Deutschland. Nach Unternehmensangaben entfallen fast ein Drittel aller Leitungskilometer hierzulande auf den Konzern aus Essen – insgesamt rund 700.000 Kilometer.
Vergleich mit Einbruchschutz
Den Schutz von Stromnetzen verglich Birnbaum mit der Sicherung eines Hauses gegen Einbrecher. Man könne Schutzmaßnahmen verstärken und es Tätern schwerer machen, einen absoluten Schutz gebe es jedoch nicht. Auch die Polizei verspreche bei Einbrüchen keine völlige Unmöglichkeit, sondern rate dazu, Hürden zu erhöhen.
Hintergrund sind mehrere Vorfälle der vergangenen Zeit: Erst vor einer Woche wurde ein Umspannwerk in Reutlingen durch ein Feuer außer Betrieb gesetzt. Die Ermittler vermuten Brandstiftung. Auch in Berlin war die Stromversorgung Ziel von Brandanschlägen. Dort wurden im September des vergangenen Jahres zwei Strommasten attackiert, im Januar zudem Kabel auf einer Kabelbrücke. In beiden Fällen dauerte es mehrere Tage, bis die Versorgung wieder komplett hergestellt war.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion